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Kein Shuttlebus fürs Lippewerk: „Lünen hat Beschluss zulasten Dritter gefasst“

Nahverkehrs-Pläne

Der Beschluss der Lüner Politik eine Shuttle-Lösung für den Nahverkehr zum Lippewerk abzulehnen, hat Landrat Michael Makiolla verärgert und sogar Lüner Politiker im Kreistag überrascht.

Lünen

, 10.10.2018
Kein Shuttlebus fürs Lippewerk: „Lünen hat Beschluss zulasten Dritter gefasst“

Das Lippewerk von Remondis. Hier sind 1500 Menschen beschäftigt. © Goldstein

Den Plänen, das Lippewerk-Gelände in Lippholthausen in einem Testversuch mit einem Shuttlebus an die bestehende Buslinie C1 anzuschließen, hatte der Haupt- und Finanzausschuss kurzfristig und für den Kreistag offenbar überraschend eine Absage erteilt.

Das einstimmige Votum des Ausschusses und die daraus resultierende Stellungnahme hatte die Stadtverwaltung per E-Mail an Landrat Michael Makiolla übermittelt. Aus dieser Mail zitierte der Landrat am Dienstag (9. Oktober) im Kreistag, wie der Hellweger Anzeiger berichtet: Lünen möchte, dass die Linie C1 das Gewerbegebiet Lippholthausen direkt anfährt. Alternativ hatten die Politiker im Hauptausschuss vorgeschlagen, eine komplett neue Buslinie zwischen den Busbahnhöfen Lünen (Hauptbahnhof) und Brambauer (U41) zu schaffen.

Mehr als doppelt so teuer

Die nun von der Lüner Politik angestrebte Lösung ist allerdings deutlich teurer als die Shuttle-Variante. Letztere war von der Stadt Lünen gemeinsam mit dem Kreis Unna und auch mit Remondis, Betreiberin des Lippewerks, erarbeitet worden. Makiolla formulierte es im Kreistag so: „Die Stadt Lünen hat einen Beschluss zulasten Dritter gefasst.“

Der Landrat rechnete laut Helleweger Anzeiger vor, dass die Lüner Variante rund 300.000 Euro kosten würde – im Gegensatz zu 140.000 Euro für die des Kreises. Da die Kosten für Buslinien aufgeteilt werden, entfallen nach der neuen Lösung 150.000 Euro statt 70.000 Euro auf den Kreis Unna, 49.000 Euro würde die Stadt Lünen bezahlen. Und 101.000 Euro würden über die kreiseigene Busgesellschaft VKU umgelegt – das hatten auch schon Lüner Politiker im Hauptausschuss betont: „Das müssen dann auch Städte bezahlen, die nichts davon haben.“

Kreis-CDU will Rat „Zur Besinnung“ bringen

Die Kreistagsabgeordneten waren von dem Vorstoß aus der Lippestadt wenig begeistert. Das gilt wohl auch für die Lüner Mitglieder des Parlaments. Der Hellweger Anzeiger zitiert Günter Bremerich (CDU) mit den Worten, er sei von dem Beschluss des Hauptausschusses „einigermaßen überrascht“ worden. Brigitte Cziehso (SPD) und andere hätten den Landrat gebeten, Gespräche mit der Stadt Lünen aufzunehmen.

CDU-Fraktionschef Wilhelm Jasperneite will zudem mit der CDU-Ratsfraktion in Lünen sprechen. Der Stadtrat befasst sich am Donnerstag (11. Oktober) mit der Entscheidung. „Vielleicht kriegen wir noch eine Besinnung hin“, wird Jasperneite zitiert.

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