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Lüner Bergmann muss für Autobetrug über vier Jahre ins Gefängnis

Betrug

Ein 54-jähriger Bergmann aus Lünen ist vom Dortmunder Landgericht zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Vorher darf er aber nochmal raus - aus familiären Gründen.

Lünen

, 24.07.2018

Der Lüner ist das, was man mit Fug und Recht als notorischen Betrüger bezeichnen kann. Immer wieder ist er in der Vergangenheit angeklagt und verurteilt worden. „Und nichts hat etwas gebracht“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Beumer in der Urteilsbegründung am Dienstagvormittag. Mit der Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten wolle der „Rechtsstaat jetzt Zähne zeigen“, so Beumer. Und wenn man dem Angeklagten glauben darf, hat das auch schon gewirkt. „Ich verspreche: Nie wieder Gericht“, sagte der Bergmann am Ende der Verhandlung.

Betrugsplan mit mehreren Teilen

Der 54-Jährige hatte zusammen mit einem Autohändler aus Recklinghausen vor allem Autobanken betrogen. Die Masche war dabei stets dieselbe. Der Lüner erfand im stillen Kämmerlein die Identitäten verschiedener Frauen und stattete diese mit falschen Verdienstbescheinigungen aus. Mit den Unterlagen besuchte er dann den Autohändler seines Vertrauens in Recklinghausen, der die Dokumente bei der Bank einreichte, um teure Geländewagen zu bestellen.

Kaum waren die Fahrzeuge geliefert und abgeholt, folgte Teil zwei des Betrugsplanes: Der Bergmann fuhr mit den Autos nach Bochum und besorgte sich gefälschte Fahrzeugbriefe. Schließlich wurden die Autos nach Frankreich verkauft. Währenddessen wartete die Autobank vergeblich darauf, dass die tatsächlich gar nicht existierenden Leasingnehmerinnen die vereinbarten Raten bedienten.

Richter: Autobanken haben es dem Bergmann zu leicht gemacht

„Man muss allerdings schon festhalten, dass es etwas anderes ist, wenn man als Betrüger alten Damen ihr Erspartes aus der Tasche zieht“, sagte Richter Beumer. Die betrogenen Autobanken hätten es dem Bergmann einfach viel zu leicht gemacht, weil es keinerlei Prüfungen gegeben habe.

Neben den Betrugstaten wurde der Lüner auch wegen drei Hehlerei-Fällen verurteilt. Dabei hatte er selbst gestohlene Autos an- und später mit Gewinn weiterverkauft. Und auch eine Trunkenheitsfahrt ist Teil der Verurteilung. „Wer mit 1,8 Promille und ohne gültigen Führerschein durch die Stadt brettert, ist eine Riesengefahr für alle anderen“, hieß es in der Urteilsbegründung.


Bergmann ist in U-Haft Opa geworden

Der Angeklagte bekam diese Worte zwar wohl mit, in Gedanken war er aber schon in Freiheit bei seiner Familie. Denn erstmal muss er nicht ins Gefängnis. Während der achtmonatigen Untersuchungshaft ist er Opa geworden. „Wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben, das noch einmal zu genießen, ehe sie die Strafe verbüßen müssen“, so der Vorsitzende Richter. Er warnte den gebürtigen Türken jedoch eindringlich davor, sich abzusetzen und in seine Heimat zu fliehen. „Versuchen Sie das gar nicht, wir würden sie trotzdem finden“, sagte der Richter.

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