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Marode Brücke: Ausschuss diskutierte über Abriss

Kurt-Schumacher-Straße Lünen

Was passiert mit der Fußgänger-Brücke über die Kurt-Schumacher-Straße in Lünen? Die Verwaltung empfiehlt wegen der schlechten Substanz den Abriss und den Bau einer Fußgänger-Ampel. Dagegen protestieren viele Lüner. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sah am Mittwoch aber Handlungsbedarf.

LÜNEN

, 08.02.2017
Marode Brücke: Ausschuss diskutierte über Abriss

Die Stadt will die Fußgängerbrücke über die Kurt-Schumacher-Straße in Lünen abreißen lassen.

In der Brücke ein bestimmter Stahl verbaut, der Risiken birgt. Eine schlechte Entwässerung beschädigt den Beton zusätzlich. Es sei „kein akutes Risiko“, erklärte Fachdezernent Thomas Berger am Mittwoch, „aber ein latentes“. Deswegen gebe es Handlungsbedarf.

Bei drei Enthaltungen aus der GFL sahen das am Ende alle Fraktionen so, die deshalb dem Vorschlag folgten, „alle gefahrenabwehrenden Maßnahmen bis hin zum Abriss der Brücke zu treffen“, wie es Ausschuss-Vorsitzender Rüdiger Haag (SPD) formulierte. Das sah auch FDP-Ausschussmitglied Dr. Roland Giller so, der fragte: „Wer übernimmt die Verantwortung, wenn doch etwas passiert?“

Sanierung nicht möglich

Hendrik Lütke Brintrup, der „Brückenexperte“ der Verwaltung, hatte zuvor noch einmal betont, dass eine Sanierung der Brücke nicht mehr möglich sei. Deswegen hatte die Verwaltung empfohlen, die Brücke abzureißen und auf Höhe der Neuberinstraße eine Fußgänger-Ampel zu bauen. Das jedoch sei wenn möglich zu vermeiden, meinte Prof. Johannes Hofnagel (GFL), die Lüner hätten eine Art „Ampelallergie“.

Vor der sogenannten „Null-Variante“, dem Abriss ohne Ampel-Ersatz, warnte hingegen Christian Gröne, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, der dem Ausschuss seine Sicht darlegte. Täglich nutzten etwa 350 Schüler die Brücke, um zur Rundturnhalle zu kommen. Der Umweg über die Ampeln an der Kreuzung Viktoriastraße/Kurt-Schumacher-Straße koste Zeit, die im Unterricht dann fehlt. Außerdem werde eine Klasse von bis zu 30 Schülern dort unweigerlich getrennt.

Diskussion geht weiter

Für die begleitenden Lehrer sei die Aufsicht so nicht mehr möglich. Die Ampelvariante sei also die einzige für die Schule denkbare. „Obwohl der Neubau einer Brücke die beste wäre“, meinte Gröne: „Es geht schließlich um die Ausbildung und die Sicherheit der Kinder.“ Die Verwaltung hatte in der Vorlage erklärt, dass ein inklusionsgerechter Neubau an dieser Stelle nicht realisierbar sei. Viele Ausschussmitglieder fanden das nicht überzeugend und wünschten sich eingehendere Untersuchungen der nach dem Abriss noch möglichen Varianten.

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Babette Herdickerhoff aus der Abteilung Straßenbau erklärte den Ausschussmitgliedern indes, dass eine Fußgängerampel den Verkehrsfluss dort kaum beeinträchtigen würde. Aus Richtung Süden kämen zum Beispiel alle Autos ohne Stopp vorbei, „weil bei Mercedes nur eine kurze Grünphase ist“. Schulleiter Gröne erklärte nach der Sitzung, er hoffe, dass die Brücke nicht abgerissen werde, ohne vorher für Ersatz zu sorgen. Als nächstes beschäftigt sich am kommenden Mittwoch der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mit dem Thema.

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