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Milde Strafe für dusselige Dealer

Weihnachten schon Mitte Dezember? Für zwei Freunde (31 und 32 Jahre) aus Lünen wurde dieser Wunsch gestern Wirklichkeit. Sieben Jahre nach einem 20-Kilo-Drogengeschäft, bei dem sie versuchten, ihren Dealer aus Münster mit einer Tüte Papierschnipseln abzuspeisen, wurden sie gestern am Landgericht äußerst milde bestraft.

von Von Martin von Braunschweig

, 11.12.2007

Zwei Jahre Haft auf Bewährung erhielt der 32-Jährige. Für seinen Kumpel stehen zwar auf dem Papier fünf Jahre Haft.

Allerdings ist darin ein altes Urteil enthalten, von dem der Mann bereits drei Jahre abgesessen hat. Mit anderen Worten: Eine karge Zelle wird er wahrscheinlich auch nicht mehr von innen sehen. Ziemlich sicher wird der Rest der Strafe auch zur Bewährung ausgesetzt.

Geständnisse stimmten das Gericht milde

„Die Geständnisse der Angeklagten waren für die milden Strafen ausschlaggebend“, hieß es in der Urteilsbegründung. Die beiden Angeklagten konnten also aufatmen. Mit dem Urteilsspruch ist für sie endlich eine leidige Geschichte abgeschlossen worden, die beide mit Sicherheit schon die ein oder andere schlaflose Nacht gekostet hat.

Drogen mit Papierschnipsel bezahlt

Im Oktober 2000 hatten sie mit einem Dealer in Münster ein Geschäft über 20 Kilo Haschisch und Marihuana abgewickelt. Bei der Übergabe der Drogen auf dem Parkplatz eines Schwimmbades warfen sie dem Dealer deshalb eine Tasche voller Papierschnipsel ins Auto und fuhren davon.

Betrogener Dealer verpfiff "Geschäftspartner"

Wie nicht anders zu erwarten, ließ der Mann aus Münster jedoch nicht locker, machte den heute 31-Jährigen in Lünen ausfindig und setzte als erstes dessen Vater unter Druck. Das wirkte. Kleinlaut gab der Filius den „Stoff“ wieder zurück und dachte, alles wäre geritzt. Die späte Rache des Dealers ereilte ihn und seinen Kumpel dann Jahre später: Nach dessen Festnahme verpfiff er alle früheren Geschäftspartner.

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