Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mildes Urteil für Ex-Freund der Prostituierten Jenny

16-Jährige auf den Strich geschickt

Schnelles Ende des Prozesses um die 16-jährige Prostituierte Jenny aus Lünen. Hatte ihr Ex-Freund sie auf den Strich geschickt? Unterstützt habe er sie, gab er schließlich zu. Aber den Entschluss zur Prostitution habe die 16-Jährige selbst gefasst. Am Mittwoch wurde das Urteil in dem Fall gesprochen.

LÜNEN/ DORTMUND

26.11.2014

Das Dortmunder Landgericht hat im Fall der 16-jährigen Prostituierten "Jenny" aus Lünen alle Akten zugeklappt. Am Mittwoch wurde der Ex-Freund der Schülerin zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Nach diesem schnellen und vor allem milden Ende hatte es zu Beginn des Prozesses Anfang Oktober noch ganz und gar nicht ausgesehen. Völlig unklar war zu diesem Zeitpunkt noch, welche Rolle der 25-Jährige und sein mitangeklagter Freund tatsächlich gespielt hatten.

Waren sie gar die Zuhälter der minderjährigen Prostituierten gewesen? Die Männer, die bestimmten, wo und wie lange "Jenny" als Prostituierte arbeiten musste? Und wie viel Geld sie ihren Freiern abnehmen sollte? Zu all diesen Fragen wollten die Angeklagten erst nichts sagen. Erst im Verlauf der Verhandlung hatten sich die Angeklagten doch noch dazu durchgerungen, mit den Richtern zu kooperieren. Ja, er habe "Jennys" eigenen Entschluss, im Rotlicht-Milieu Geld zu verdienen, gefördert und unterstützt, sagte der 25-Jährige. "Und ich habe auch Geld aus ihren Einnahmen erhalten."

Während der 25-Jährige dafür nun mit einer Bewährungsstrafe davon kam, endete das Verfahren für seinen Freund bereits vor Wochen noch glimpflicher. Es wurde ohne Verurteilung eingestellt. Der 22-Jährige hatte "Jenny" wohl lediglich ab und zu zum Duisburger Straßenstrich gefahren. Genau dort wurde die junge Lünerin Ende 2013 von einem Privatdetektiv aufgespürt. Fast ein Jahr lang hatte sie da schon beinahe jede Nacht im Rotlicht-Gewerbe gearbeitet. Ihr eigener Vater hatte den Ermittler eingeschaltet, nachdem die Polizei ihm stets erklärt hatte, sie könne bei einer 16-Jährigen, die sich kaum noch zu Hause aufhalte, einfach nichts tun.

Zuerst hatte der Vater lange Zeit keinen Verdacht geschöpft, als seine Tochter ihm ständig von neuen Partys, Kinobesuchen oder anderen Aktivitäten berichtete, die sie mal wieder von zu Hause fern hielten. "Irgendwann hat er aber was Verdächtiges zu Hause gefunden", hatte die Schülerin in ihrer Zeugenaussage erklärt. Mit der Bewährungsstrafe von einem Jahr folgten die Richter der 31. Strafkammer am Mittwoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt