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Missbrauch war nicht zu beweisen: Freispruch

LÜNEN Nicht zu beweisen war heute im Amtsgericht Lünen ein angeblicher Kindesmissbrauch, der 1990 bzw. 1991 passiert sein soll. Das vermeintliche Opfer nahm auch aus persönlichen Gründen von seinem Recht Gebrauch, das Zeugnis zu verweigern: "Mir fällt es schwer, darüber zu reden."

von Von Volker Beuckelmann

, 10.12.2007
Missbrauch war nicht zu beweisen: Freispruch

Die Hauptverhandlung wurde vertagt.

„Der Angeklagte wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen“, sagte die Richterin Beatrix Pöppinghaus zu dem 43-jährigen Mann aus Lünen-Süd. Ihm wurde zur Last gelegt, vor 16 bzw. 17 Jahren den damals neun- bzw. zehnjährigen Neffen in seiner Wohnung vergewaltigt zu haben (wir berichteten).

Erst am 22.8.2006 wurde Strafanzeige gestellt, nachdem der Angeklagte seiner Schwester die Wohnung in seinem Haus gekündigt haben soll.

Da das vermeintliche Opfer vor gut zwei Wochen als Zeuge nicht beim Prozessauftakt erschienen war, wurde er am Montag vor dem Schöffengericht vorgeladen. Zur Sache machte er jedoch keine Angaben. So nahm der heute 26-jährige Mann aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Leise sagte er: „Mir fällt es auch schwer, darüber zu reden.“

Aussagen reichen nicht für eine Verurteilung aus

In ihrer Begründung wies Richterin Beatrix Pöppinghaus darauf hin, dass das Gericht einen sexuellen Missbrauch nicht nachweisen könnte. „Ein abschließendes Bild war nicht möglich“, so die nachdenklich wirkende Richterin. Rechtlich gesehen reichten die gegenüber der Polizei gemachten Aussagen des vermeintlichen Opfers nicht aus, um den 43-jährigen Mann wegen Kindesmissbrauchs zu verurteilen. 

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