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Mutter kämpft verzweifelt um deutsche Staatsangehörigkeit

Türkin ohne Pass

LÜNEN Sie ist hier geboren, Deutsch ist ihre Muttersprache - aber einen Pass bekommt sie nicht: Die türkisch-stämmige Jaqueline Cetinkaya verzweifelt so langsam. Die 29-jährige Mutter einer vierjährigen Tochter lebt seit neun Jahren im Status der Duldung.

von Von Dieter Hirsch

, 10.08.2010

Ihr Ziel: Sie möchte endlich die deutsche Staatsbürgerschaft - mit allen Rechten und Pflichten. Aber der Weg dahin ist sehr lang. Auch weil die Mühlen der Behörden langsam und manchmal anscheinend gar nicht mahlen.  

„Wenn ich mich um einen Job bewerbe und der Arbeitgerber sieht, dass ich nur eine Duldung habe, stellt er mich nicht ein, weil denkt, dass ich bald abgeschoben werde.“ Eine Arbeitserlaubnis hat sie. Eine notwendige Zwischenstation auf dem Weg zur Staatsbürgerschaft ist die Aufenthaltsgenehmigung, um die sie sich schon seit Jahren bemüht. Um sie zu bekommen, muss sie einen Pass vorlegen. Würde sie auch sofort tun, wenn sie könnte. Aber da machen ihr die Behörden, in diesem Fall die türkischen, einen Strich durch die Rechnung. Ihre Eltern stammen aus der Türkei, der Vater wurde zwangsausgebürgert. "Und deshalb bekomme auch ich keinen türkischen Pass.“ Ein Teufelskreis. „Ich werde für die Fehler meiner Eltern bestraft“, sagt sie verzweifelt.

Beigeordneter Günter Klencz kann Jaqueline Cetinkayas Wut und Verzweiflung verstehen. Und macht ihr jetzt auch Mut. „Wir müssen Jaqueline Cetinkaya eine Chance geben. Unser Ziel ist es, ihr eine zumindest für ein Jahr befristete Aufenthaltserlaubnis zu geben.“ Die Stadt hat neben anderen auch das Auswärtige Amt in Berlin eingeschaltet. „Das Auswärtige Amt muss mit den zuständigen türkischen Behörden in Sachen Pass sprechen.“ Mit der wenn auch nur befristeten Aufenthaltsgenehmigung habe man ein wenig Zeit gewonnen. Zeit, in der sich das Auswärtige Amt verstärkt kümmern könne. Auch wenn Jaqueline Cetinkaya nun schon so lange wartet, ein wenig Geduld muss sie noch aufbringen.

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