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NSU hatte Multikulturelles Forum im Visier

Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist allgegenwärtig und auch in Lünen ein aktuelles Thema. Das Multikulturelle Forum (MKF) hat bei einer Podiumsdiskussion bekannt gegeben, dass die Spur der Terror-Zelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) bis nach Lünen reiche.

LÜNEN

von Von Volker Beuckelmann

, 04.05.2012
NSU hatte Multikulturelles Forum im Visier

Kenan Küçük (l.), Geschäftsführer des Multikulturellen Forums diskutierte mit Dortmunds Polizeipräsident Nobert Wesseler (M.) und Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD-Bundestagsabgeordneter) über Rechtsextremismus.

So soll auch das MKF auf einer in Zwickau entdeckten Todesliste der NSU stehen.  

„Wie weit ist Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen?“, fragte der Moderator Heinz Kraft (Gewaltakademie Villigst) das Podium. „Der Rechtsextremismus ist nicht angekommen, der ist da. Er war nie weg“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dieter Wiefelspütz. Er bezeichnete die Arbeit der Sicherheitsbehörden im Rahmen der NSU-Mordserie als „einziges Desaster“.

„Der Kampf gegen Rechtsextremismus wird nicht auf der Straße und von der Polizei entschieden“, sagte Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler, der sich wünschte, dass Politik und Gesellschaft sich intensiver mit Rechtsextremismus beschäftigen müssten. „Ich bin dankbar für jeden Fall, der zur Anzeige gebracht wird“, so Wesseler. Die Gesellschaft habe „voll versagt“ und sei auf beiden Augen blind gewesen, meinte Michael Zawisch, Vertreter der CDU und betonte: „Rechtsextremismus vertreiben wir, indem wir die Gesellschaft sensibilisieren.“  

Thomas Schwengers (Jugendamt Stadt Schwerte, er betreut u.a. rechtsextreme Gefangene) sagte: „Die rechte Szene ist aufgebaut wie eine Zwiebel. Es gibt ganz viele Schichten drum herum.“ Erlebnishungrige perspektivlose junge Menschen würden von Rechtsextremen mit attraktiven Freizeitangeboten „geködert“. Der nächste Schritt sei die politische Agitation, so Schwengers. Im Grunde habe die Gesellschaft ein soziales Problem, da manche junge Menschen keine Perspektiven sehen würden.  „Die Gesellschaft muss begreifen, dass es alle angeht“, betonte MKF-Geschäftsführer Kenan Küçük, der eine lückenlose Aufklärung der NSU-Mordserie wünschte, die Reaktion der Politik lobte und sich für mehr Aufklärung und Prävention aussprach. Vieles sei schon erreicht worden, auch durch die Arbeit des Multikulturellen Forums.  Beu 

Sorgen- und Hilfetelefon

Unter der Rufnummer (0231) 1 32 77 77 können Ratsuchende Hilfen und Beratungsangebote von Staatsschutzmitarbeitern der Polizei erhalten, Informationen einholen oder der Polizei Hinweise geben. Das Sorgen- und Hilfetelefon ist montags bis freitags von 7 und 22 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet.

 

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