Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach Einbruch in Lünen: 23-jährige Täterin will reinen Tisch machen

Gerichtsverhandlung

In einem Haus an der Kupferstraße sollen drei Einbrecherinnen im Dezember 2017 reiche Beute gemacht haben. Eine der Frauen steht seit Mittwoch in Dortmund vor Gericht - mit einem neuen Namen.

Lünen

, 11.10.2018
Nach Einbruch in Lünen: 23-jährige Täterin will reinen Tisch machen

Nach einem Einbruch in Lünen steht einer 23-jährige Frau nun in Dortmund vor Gericht. © Dieter Menne

Die 23-jährige überraschte die Richter gleich zu Verhandlungsbeginn mit einem neuen Personalausweis. Das französische Dokument trägt einen ganz anderen Namen, als den, der in der Anklageschrift steht und unter dem sie schon mehrmals in Deutschland verurteilt worden ist. „Meine Mandantin will ihr Leben ändern und deshalb jetzt reinen Tisch machen“, sagte ihr Verteidiger. Statt gegen Angela S. begann der Prozess dann eben gegen Tamara J.

Die Angeklagte will erst unmittelbar vor den ihr zur Last gelegten Einbruchstouren nach Deutschland gekommen sein. Sie fand Unterschlupf in einer Wohnung von Frauen, die wie sie Wurzeln vom Balkan haben. „Die beiden anderen haben meine Mandantin schließlich überredet, bei den Einbrüchen mitzumachen“, sagte der Verteidiger.

Schmuck und Bargeld im Wert von 27.000 Euro

Am 11. Dezember tauchte das Trio tagsüber in dem Mehrfamilienhaus an der Kupferstraße auf. Nachdem sie in der ersten aufgebrochenen Wohnung noch nichts gefunden hatten, ging es Schlag auf Schlag. Im zweiten Obergeschoss erbeuteten sie nach dem Aufhebeln der Eingangstür Schmuck und Bargeld im Wert von 27.000 Euro. Im sechsten Stock konnten sie später noch einmal Diebesgut im Wert von 3000 Euro mitnehmen.

„Die Beute wurde in der gemeinsamen Wohnung aufbewahrt und sollte eigentlich geteilt werden“, gab der Verteidiger weiter zu Protokoll. Und fast ein bisschen traurig fügte er hinzu: „Bis dato hat die Angeklagte aber nichts davon abbekommen.“ Der trockene Kommentar des Vorsitzenden Richters Thomas Kelm ließ allerdings nicht lange auf sich warten: „Das wird sie ganz sicher jetzt auch nicht mehr.“

Dritte Frau ist flüchtig

Einer der beiden Mittäterinnen wird derzeit in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht. Die dritte Frau ist flüchtig und wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Die Richter stellten der Angeklagten am Mittwoch in Aussicht, im Fall eines Geständnisses mit maximal dreieinhalb Jahren Haft rechnen zu müssen.

Lesen Sie jetzt