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Nach Herzinfarkt: Lünerin wird Miss German Sport

Tanja Jade

Sie ist sportlich, charmant und schön. Dieser Dreiklang brachte Tanja Jade jetzt den Titel Miss German Sport West-Deutschland ein. Wenn der Lünerin am Samstag in Koblenz offiziell die Krone aufgesetzt wird, ist das für sie ein besonderer Moment: Vor drei Jahren hatte die 40-Jährige einen Herzinfarkt und musste reanimiert werden.

LÜNEN

, 21.02.2017
Nach Herzinfarkt: Lünerin wird Miss German Sport

Krönchen und Schärpe für Tanja Jade: Die Lünerin ist zur Miss-German-Sport West-Deutschland 2017/2018 gewählt worden. Vor drei Jahren musste sie nach einem Herzinfarkt reanimiert werden.

Ein einschneidendes Erlebnis, das seitdem das Leben der Mutter von Natalie (20), Sarah (18) und Nela (3) prägt. Ihre jüngste Tochter war damals ein halbes Jahr alt. Tanja Jade sieht die Welt seitdem mit anderen Augen. Das Großwerden ihrer Kinder nimmt sie bewusster wahr: „Fast hätte ich es nicht erlebt“.

Auch deshalb hat sie sich „sehr gefreut“, dass die Miss German Sport Union Hannover sie aufs Siegertreppchen hob.

Beworben hatte sich die Lünerin vor zwei Monaten über das Internet. Imponierend ist ihr sportlicher Einsatz, mit dem sich sie zurück in den Alltag gekämpft hat. Pilates, Gerätetraining und Herzsport betreibt Tanja Jade im Rehazentrum in Bad Hamm. Bis zu dreimal die Woche. Die Belastung darf einen Puls von 120 nicht überschreiten. Tanja Jade trägt eine Pulsuhr. „Eine Restangst bleibt.“

Jade musste drei Minuten lang reanimiert werden

Es war der 29. Dezember 2013, als sie unter Sodbrennen und Magenschmerzen litt. Völlig untypische Anzeichen für einen Herzinfarkt. Ihre Blutwerte waren immer in Ordnung, der Blutdruck eher niedrig. Weil sie sich zunehmend schlechter fühlte, rief sie den Rettungsdienst. Der tippte auf Lebensmittelvergiftung und nahm sie mit ins St.-Marien-Hospital. Dort bekam Tanja Jade eine Infusion.

Plötzlich war um sie herum alles dunkel. Kammerflimmern. Herzstillstand. Drei Minuten lang wurde sie reanimiert, zweimal mit Schock. „Es ist gerade noch mal gut gegangen“, sagt sie, vor allem, weil direkt Hilfe da war. Die Ärzte setzten Tanja Jade einen Stent, eine Stütze, die das verengte Gefäß offen hält. Seitdem muss sie Blutverdünner und Betablocker nehmen.

Sport gehört nach der Rehabilitation zum Alltag

Die junge Frau ließ sich nicht unterkriegen. Sie trainiert ihren geschädigten Herzmuskel mit Sport. Der gehört auch nach der Rehabilitation für sie zum Alltag. Tanja Jade hat ein Buch geschrieben. „Mein Leben...Herzinfarkt mit 37. Jede Minute zählt“. Darin schildert sie ihre Geschichte, gibt aber auch Anleitung zu Erster Hilfe. „Ich möchte aufklären und ermutigen zu helfen, denn es kann ja auch die eigene Familie treffen.“ Defibrillatoren müssten verpflichtend vorhanden sein, findet sie.

Die Lünerin hat Malerin und Lackiererin gelernt. Ihren Beruf kann sie nach dem Herzinfarkt nicht mehr ausüben. Sie sucht eine neue berufliche Perspektive.

Erstes eigenes Lied vor der Veröffentlichung

Aktiv ist sie geblieben: Als Musikerin singt sie Pop auf Deutsch und Englisch. Am 1. März erschient ihr selbst geschriebenes Lied. Außerdem hat sie ein zweites Buch herausgebracht: „Großmutters handgeschriebene Rezepte von anno 1900 ins Jahr 2017“. Sie stammen aus dem Fundus ihrer Familie.

Auch politisch will Tanja Jade etwas bewegen. Im vergangenen Jahr trat sie in die Lüner SPD ein, „um zu zeigen, dass ich hinter der Demokratie stehe.“

Ihre Krankheit habe sie gelehrt, auch mal Dinge liegenzulassen, vor allem aber, sich zu freuen. Auch darüber, dass die Sonne scheint.

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