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Pikrinsäure: Zwei Lüner Schulen evakuiert

LÜNEN Explosionsalarm an zwei Lüner Schulen: An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist gefährliche Pikrinsäure gefunden worden. Die Chemikalie ist im trockenen Zustand explosiv. Zur Sicherheit wurden beide Schulen evakuiert.

von Von Dieter Hirsch

, 13.08.2008
Pikrinsäure: Zwei Lüner Schulen evakuiert

Nachdem an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ein Restbestand von etwa 100 Gramm Pikrinsäure gefunden wurden, mussten rund 300 Schüler das ehemalige Realschulgebäude verlassen. Die Polizei sperrte das Gebäude ab.

Ein erster Alarm ging von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus: Vorsorglich mussten nach der 5. Stunde (12.35 Uhr) rund 300 Schüler und Schülerinnen der das ehemalige Realschulgebäude verlassen. Die Polizei sperrte das Gebäude. „Die Gefahr schätze ich als gering ein“, erklärte Martin Kobbe, Gefahrstoffbeauftragter der Gesamtschule.

Am Nachmittag meldete das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, dass dort ebenfalls die gefährliche Pikrinsäure gefunden worden sei. "Die Substanz befand sich in einem 100-Milliliter-Gefäß", sagte Eberhard Rieß, Leiter der Abteilung öffentliche Ordnung. Am Flaschenhals habe man Kristalle der Substanz entdeckt. Zur Sicherheit schickten die Verantwortlichen auch hier die Schüler der Nachmittagskurse nach Hause.

In beiden Fällen wurde das Landeskriminalamt mit seinen Sprengstoffexperten informiert. Sie sollten die Flaschen begutachten. Da in ganz NRW Schulen aufgerufen waren, ihre Pikrinsäure-Bestände zu überprüfen, wurden die Experten mehrfach alarmiert. Daher treffen sie erst am Donnerstag in Lünen ein. Der Unterricht, betonte Stadtsprecher Reinhold Urner, gehe am Donnerstag normal weiter. Lediglich die Chemiesäle blieben gesperrt.

Darüber hinaus meldeten zwei weitere Schulen Pikrinsäure in ihren Beständen. Dort würde sie jedoch sachgemäß gelagert und sei deshalb ungefährlich, so Eberhard Rieß.

Pikrinsäure ist im kristallinen, also trockenen Zustand gefährlich. „Das ist hier aber nicht der Fall“, so Kobbe weiter. Wird die Säure mit Wasser aufbewahrt, ist sie ungefährlich. Lediglich eine kleine Schicht sei nicht von Wasser bedeckt.

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