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Schmierereien ohne Ende

Lüner Preußenbahnhof bleibt ein Ärgernis

Wer am Preußenbahnhof regelmäßig ein- und aussteigt, der muss sich an vieles gewöhnen: Kaum saniert, sieht der Bahnhof häufig aus wie ein Drecksloch. Immer wieder sind Wände beschmiert, Vitrinen oder Aufzug kaputt. Und immer wieder wird sauber gemacht. Dabei werden die, die diese Drecksarbeit erledigen, sogar noch verhöhnt.

Lünen

, 08.03.2018
Schmierereien ohne Ende

Die Wände hoch zum Bahnsteig waren alle erneut beschmiert. © Britta Linnhoff

Sarah Niesius fährt jeden Tag mit der Bahn vom Preußenbahnhof aus. Dass auch am Mittwochvormittag hier wieder zwei Männer mit Hochdruckreiniger und Putzlappen ordentlich zu Werke gehen – „normal“. Die junge Frau wundert sich nicht. Seit Januar sei der Bahnhof besonders vollgeschmiert.

Saubermachen zweimal in der Woche

Dabei haben nach der langen Umbauzeit mit ihren Fehlplanungen viele sehnlichst auf den neuen Bahnhof gewartet. Andere offenbar auch, aber aus einem anderen Grund: Sprühen auf schönen weißen Wände macht mehr „Spaß“. „Putzt ruhig. Bringt nur nix, wir kommen wieder“, steht an der Wand rauf zu den Bahnsteigen.

Aber nicht mehr lange, denn gleich haben Mesut Aker und Tamer Bodul mit Lappen und Hochdruckreiniger die Stelle erreicht. Zweimal in der Woche seien sie hier, erzählen sie.

Schon oft waren auch die Maler da

Seitdem der Bahnhof schön ist, ist es hier so schlimm“, sagt Gabriele Gubisch, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons im Preußenbahnhof. Und auch nebenan in der Bäckereifiliale, in der es gerade wegen der Hochdruckreiniger vor der Tür mal wieder sehr laut ist, hat man ähnliche Erfahrungen gemacht. „Schon oft“, sagt Mitarbeiterin Nadine Holtmann, sei der Maler da gewesen, um die Schmierereien an Stellen, die nicht in die Zuständigkeit der Bahn fallen zu beseitigen.

Es sei schon „erschreckend“, mit welcher Dreistigkeit die Täter vorgingen, sagt Bahnsprecher Stefan Deffner. Erst am Montagmorgen gegen 8 Uhr sei das Bahnhofsmanagement vor Ort gewesen, um eine Vitrine auszutauschen. „Nur vier bis fünf Stunden später war alles wieder vollgeschmiert“, sagt Deffner.

Und auch Bahnhofsmanager Jörg Seemeyer, der im Großraum Dortmund rund 80 Bahnhöfe betreut, betont: „In dieser Form habe ich so etwas noch nicht erlebt.“ Auch der Aufzug, der am Mittwoch funktionierte, ist immer wieder betroffen vom Vandalismus.

Einsätze kosten viel Geld

Den genauen Schaden kann Stefan Deffner nicht beziffern. Aber es gehe sicher um mehrere 10.000 Euro. Man habe Strafanzeige erstattet und werde alles tun, um Schadensersatz einzufordern: „Sprayer können bis zu 30 Jahre lang haftbar gemacht werden“, betont er.

Gabriele Gubisch wäre schon froh, wenn tagsüber nicht immer wieder Jugendliche mit Einkaufswagen auf ihr Schaufenster zurennen würden oder mit Glasflaschen hier Fußball spielen, sagt sie.

Bei der Polizei ist bekannt, dass der Bahnhof Preußen Treffpunkt für Jugendliche ist. Überproportional sei der Bahnhof aber kein Einsatzort. Eine Videoüberwachung sei für den Preußenbahnhof derzeit nicht angedacht, heißt es bei der Bahn.

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