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So haben die Lüner auf den DRK-Spendenaufruf reagiert

Kältewelle in Lünen

Die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) freut sich über eine hohe Resonanz auf ihren Aufruf, Winterkleidung für Obdachlose zu spenden. Eine Spenderin hat sich ganz besondere Mühe gegeben.

Lünen

, 27.02.2018
So haben die Lüner auf den DRK-Spendenaufruf reagiert

Die Container vor der DRK-Kleiderkammer sind gut befüllt. Die Mitarbeiter freuen sich über warme Winterbekleidung, Decken und Schlafsäcken, die gespendet wurden. © Marta Jankowski

Die Mitarbeiter der Kleiderkammer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) an der Merschstraße freuen sich über die gute Resonanz auf den Aufruf, Winterkleidung für Obdachlose zu spenden.

Sowohl über den RN-Artikel am Montag als auch über den Facebook-Aufruf des DRK wurden viele Menschen erreicht, die Winterbekleidung, Schlafsäcke und Decken spendeten. Zusätzlich brachte eine Helferin eine ganze Tasche mit selbst gestrickten, bunten Socken und warmen Schals. Auch die Container waren gut gefüllt.

Decken und Kleidung an Obdachlose verteilen

Die Obdachlosen freuten sich am Dienstag zudem über einen warmen Tee oder Kaffee vor Ort. „Später wollen wir durch Lünen fahren, um Kleidung und Decken zu verteilen. Einige haben da noch eine kleine Hemmschwelle, zu uns zu kommen“, sagt Leiterin Stefanie Zimmer.

Nicht ganz so dramatisch, aber dennoch als eine Herausforderung gestaltete sich die Situation am Dienstag auf dem Wochenmarkt. Denn nicht nur Menschen frieren bei den aktuellen Minus-Temperaturen. Auch Obst, Gemüse und Pflanzen haben es lieber warm. Deswegen blieben viele Markthändler dem Wochenmarkt am Willy-Brandt-Platz am Dienstag fern. Wer trotz Kälte seinen Stand aufbaute, musste sich etwas einfallen lassen.

So haben die Lüner auf den DRK-Spendenaufruf reagiert

Monika und Thomas Fränzer packten am Dienstag nicht nur sich, sondern auch ihr Obst und Gemüse an ihrem Marktstand warm ein. © Marie Ahlers

Stammkunden trotzen Kälte

Thomas Fränzer, Sprecher der Marktbeschicker, und seine Frau Monika verkaufen ihr Obst und Gemüse normalerweise von einem offenen Marktstand. Weil das aber insbesondere für Kartoffeln zu kalt ist, wurde der Verkaufswagen am Dienstag durch einen Lkw ersetzt, aus dessen Innenraum das Ehepaar Fränzer am Freitag verkaufte.

Der familiären Atmosphäre am Stand tat das keinen Abbruch, „wir machen es uns heute ein bisschen lustig“, so Fränzer. Auch die Kunden störten sich nicht an dem improvisierten Verkaufsstand. „Bei der Kälte kommen vor allem Stammkunden; die freuen sich immer, uns zu sehen“, sagte Fränzer. Mit dem Markttag am Dienstag ist für das Ehepaar Fränzer das Gröbste übrigens noch nicht vorbei: „Am Mittwoch geht es nach Iserlohn, da ist es noch kälter. Dann müssen wir uns noch mal was einfallen lassen“, erzählte Fränzer im Gespräch mit Kunden.

Zu frostig für Blumenverkauf

Blumenstände suchten Marktbesucher am Dienstag jedoch vergeblich. Die besonders kälteempfindlichen Blumen hätten bei den Temperaturen am Vormittag wohl keine Chance gehabt.

Solidere Ware hat da Doris Krut im Angebot. Seit 40 Jahren verkauft sie auf dem Wochenmarkt Damenwäsche und Miederwaren – auch bei Minustemperaturen. Krut nahm die Witterung gelassen: „Mit der Kälte ist es ja jedes Jahr das Gleiche.“

So haben die Lüner auf den DRK-Spendenaufruf reagiert

Merklich ausgedünnt war der Markt am Dienstag: Die Kälte schreckte vor allem Blumenhändler ab. © Marie Ahlers

Ideale Bedingungen für Landwirtschaft

Des einen Leid, des anderen Freud: Die Lüner Landwirte haben sehnsüchtig auf den Frost gewartet. Der Januar und auch die Monate davor waren so nass und warm, dass sie mit ihren Fahrzeugen gar nicht auf den Acker kamen. „Dank des Frosts ist es uns gelungen, das Sommergetreide zu säen“, erzählte Landwirt Carl Schulz-Gahmen auf Nachfrage. Das hatte sein Betrieb eigentlich schon im Herbst machen wollen. Nun habe der Frost endlich die Feuchtigkeit aus dem Boden gezogen, ideale Bedingung für die Saat.

Auch Biolandwirt Vitus Schulze Wethmar freut sich über die frostige Kälte: „Der Boden braucht Frost, und gerade im Bio-Landbau sind Temperaturen ab minus fünf Grad wichtig, weil dann bestimmtes Unkraut kaputt friert. Ab nächste Woche soll es wieder wärmer werden, dann passt alles.“

Die aktuellen Öffnungszeiten der Kleiderkammer: Dienstag und Freitag von 10 bis 14.30 Uhr, Donnerstag von 10 bis 13 und 14.30 bis 17 Uhr.
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