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So sollen Autofahrer am Kindergarten gebremst werden

Sicherheit an der Kita Schachtweg

Aufpflasterung entfernt, Sicherheit der Kinder gefährdet – so war zuletzt die Einschätzung von Leitung und Elternbeirat des Kindergartens am Schachtweg. Nun hat die Verwaltung eine Lösung präsentiert, die die Autofahrer dort bremsen soll.

Gahmen

, 16.02.2018
So sollen Autofahrer am Kindergarten gebremst werden

Viele Autofahrer fahren deutlich zu schnell an der Kita Schachtweg vorbei. Das soll sich ändern.goldstein © Goldstein

Bis vor einem Jahr war die verkehrsberuhigte Zone nahe der Kita am Schachtweg noch mit einer Aufpflasterung versehen. So nennt man Straßenerhöhungen, die die Autofahrer ausbremsen und zur Verkehrsberuhigung beitragen sollen. Weil Bewohner aus dem Siedlungsbereich Am Mahlbach/Eugen-Birke-Weg sich darüber beschwerten, ließ die Stadt sie zurückbauen – und handelte sich damit prompt Ärger mit der Leitung und dem Elternbeirat des Kindergartens ein.

Die beklagten, dass sich seit dem Rückbau kaum ein Fahrzeug an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten würde und sahen eine Gefahr für Kinder und die dort wohnenden Familien. Nun hat die Stadt eine alternative Lösung gefunden – und sie im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Mittwoch präsentiert.

Viele fahren zu schnell

Aufgrund der Beschwerden seitens der Kita habe man zunächst Radarmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Das Verkehrsaufkommen ist zwar gering, die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen jedoch auffallend hoch. „Beinahe jedes zweite der gemessenen Fahrzeuge überschritt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit“, teilte die Verwaltung in der Ausschusssitzung mit.

Die Lösung: Zusätzliche Schilder, die auf den Kindergarten hinweisen, sowie Fahrbahnmarkierungen in Form von weißen Balken. Zudem hat die Stadt direkt unter dem blauen Hinweisschild, das einen verkehrsberuhigten Bereich kennzeichnet, vorsichtshalber gleich noch die passende Erklärung installiert. Auf dem Zusatzschild ist aufgelistet, wie man sich in einem verkehrsberuhigten Bereich zu verhalten hat:

  • Schrittgeschwindigkeit ist einzuhalten
  • Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen
  • Kinderspiele sind überall erlaubt
  • Parken nur auf gekennzeichneten Flächen
  • Besondere Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander erforderlich

Appell an Autofahrer

Damit wolle man den Verkehrsteilnehmern die Bedeutung des Verkehrszeichens noch einmal vor Augen führen, so die Verwaltung. Eine Lösung, die sich Ausschussmitglied Renate Schulze-Matthée, wie sie anmerkte, für jeden verkehrsberuhigten Bereich wünscht.

Der Technische Beigeordnete Arnold Reeker musste sie dahingehend jedoch enttäuschen: „Das können wir nicht an jeder Straße machen. Wir haben das hier schon überreglementiert.“

Rechtlich gar nicht zulässig

Das Zusatzschild könne zudem nur vorübergehend am Schachtweg stehen, da es rechtlich streng betrachtet gar nicht zulässig sei. Offensichtlich sei eine solche Erklärung hier allerdings nötig gewesen. „Eigentlich lernt man die Bedeutung schon vor der Führerscheinprüfung. Und trotzdem wird es ignoriert. Da ist das Stop-Schild vorbildlich – da steht wenigstens schon drauf, was zu tun ist“, so Reeker frustriert.

Von den Fahrbahnmarkierungen verspreche er sich langfristig mehr Erfolg. Dennoch werde man in dem Bereich in Zukunft noch mehr kontrollieren müssen. „Irgendwann sind aber auch die Verkehrsteilnehmer selbst gefordert“, betonte der Technische Beigeordnete.

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