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Stadt Lünen soll prüfen, ob Idee realisierbar ist

Betriebskita

Wenn die Eltern arbeiten, brauchen die Kinder Betreuung. Eine Möglichkeit wäre eine Kooperation von Stadt und großen Betrieben. Eine Lüner Firma findet die Idee „prüfenswert“.

Lünen

, 05.07.2018
Stadt Lünen soll prüfen, ob Idee realisierbar ist

Eine Betriebskita für mehrere große Firmen – diese Idee soll die Verwaltung prüfen. © picture alliance / Monika Skolim

Die Idee fanden viele Mitglieder des Jugendhilfeausschusses gut – ob sie umgesetzt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die SPD-Fraktion hatte den Antrag gestellt, zu prüfen, ob es in Lünen möglich ist, einen Betriebskindergarten für Mitarbeiter ansässiger Firmen einzurichten. Mit entsprechender finanzieller Unterstützung der interessierten Firmen. Gedacht wird dabei vor allem an große Arbeitgeber wie Aurubis, Remondis oder das St.-Marien-Hospital, das ja schon Erfahrungen mit einer Betriebs-Kita gemacht hat. Alternativ solle auch die Einrichtung einer Großtagespflege für Firmen von der Verwaltung geprüft werden. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Zahl der Kita-Plätze erhöhen

Ziel sei, so Ulrich Eilert (SPD), die Zahl der Kita-Plätze in Lünen zu erhöhen und andere Beteiligte mit an den Tisch zu bekommen. Werner Manns (GFL) gab zu bedenken, dass sicher einige Mitarbeiter der großen Firmen nicht in Lünen leben und man die Firmen an den Investitionen und Kosten beteiligen solle.

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Um eine gut funktionierende Betreuungsstätte zu gewährleisten, brauche man eine relativ große Anzahl von Kindern, sagte Gabriele Schimanski (Grüne). Zwei Varianten seien möglich – eine Firma richtet eine Betriebskita ein und die Stadt kooperiert oder umgekehrt.

Unterschiedliche Varianten

Die Verwaltung werde unterschiedliche Varianten vorstellen, so Fachdezernent Ludger Trepper: „Bei einer Betriebs-Kita werden es eher keine Lüner Kinder sein, sondern Kindern von Betriebsmitarbeitern aus anderen Städten.“

Die sogenannte Kind-Pauschale werde nur für Lüner Kinder gezahlt, so Jochen Schade-Homann, Leitung Fachbereich Jugend und Erziehung im Kirchenkreis Dortmund. Deshalb müsse alles fremdfinanziert werden und das könne schwierig werden. Schade-Homann: „Nach unserer Erfahrung wollen die Eltern eher wohnortnahe Versorgung, wenn die Kinder über drei Jahre alt sind.“

Dass man die Bedarfe von Mitarbeitern des St.-Marien-Hospitals und anderer großer Firmen abfragen solle, unterstrich Ausschussvorsitzender Detlef Seiler. Harald Sehr von der Abteilung Tagesbetreuung für Kinder erklärte, der erste Schritt sei, zu prüfen, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber bietet und bei der Finanzierung mal über den Tellerrand zu blicken.

Aurubis ist offen für Vorschläge

Bei der Firma Aurubis findet man die Idee zumindest prüfenswert, wie eine Anfrage unserer Zeitung ergab. „Vor einigen Jahren hat Aurubis versucht, eine eigene Betriebs-Kita zu realisieren. Das ist aus verschiedenen Gründen gescheitert“, so Malte Blombach, Sprecher von Aurubis. Unter anderem waren es Auflagen, die im Wege standen. Aber auch mangelnde Nachfrage. Blombach: „Wir haben in Lünen 600 Mitarbeiter, davon sind zwei Drittel Männer, die auch viel im Schichtdienst arbeiten und ihre Kinder nicht selbst in die Kita bringen.“

Mit dem Thema „Betriebskita“ beschäftige man sich aber dennoch. Blombach: „Wenn es die Idee einer gemeinsamen Lösung mit anderen Firmen gibt, werden wir uns das Konzept anschauen. Und es kann sein, dass so eine Lösung entsteht, die für Aurubis attraktiv sein kann.“

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