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Tafeln im Kreis verhängen erneut Aufnahmestopp

Neun Standorte betroffen

Über die vergangenen Wochen und Monate ist der Andrang bei der Unnaer Tafel gestiegen. Ob Werne, Selm, Bergkamen oder Lünen: Der Bedarf ist groß. Zu groß. Die Konsequenz: Die Tafel verhängt einen Aufnahmestopp für Neukunden für ihre insgesamt neun Ausgabestellen im Kreis Unna.

LÜNEN/KREIS UNNA

, 07.10.2016
Tafeln im Kreis verhängen erneut Aufnahmestopp

Der Andrang an den Tafeln im Kreis Unna ist so groß, dass erneut ein Aufnahmestoßß für Neukunden verhängt worden ist.

„Wir schaffen das logistisch einfach nicht“, sagt die Ulrike Trümper, Vorsitzende des Vereins Unnaer Tafel. Es fehle an Helfern und Fahrzeugen, um den Bedarf in Werne zu decken. „Es ist ein logistisches Problem. Wir haben nur insgesamt sieben Autos und manche Ausgabestellen werden gleichzeitig beliefert.“ Werne, Holzwickede und Unna beispielsweise. Am Dienstag wurden rund sieben Personen in Werne nach Hause geschickt. Der Aufnahmestopp wird nicht zum ersten Mal verhängt: Relativ genau vor einem Jahr war die Situation ähnlich. 

In Lünen, der größten Ausgabestelle, waren es an einem Tag 50 Personen. „Dahinter stehen dann aber noch ganze Familien“, so Trümper. Der Bedarf sei gestiegen. Das habe teilweise etwas mit den zugezogenen Flüchtlingen zu tun. „Wenn sie sehen, dass es hier etwas zu essen gibt, bringen sie noch mehr Leute mit“, erklärt Trümper weiter.

"Wir wollen ja geben..."

Es gebe aber auch neue Kunden, die ihre Arbeit verloren haben und deswegen bei der Tafel um Unterstützung bitten. „Wir wollen ja geben, aber mit denselben Leuten können wir nicht mehr Arbeit leisten. Allein schaffen wir das nicht.“ Zumal es sich um ehrenamtliche Helfer handelt. Es müsse weiterhin dafür gesorgt sein, dass das Arbeitsklima gut bliebe. „Und jetzt kommen noch Krankheitsfälle hinzu. Wir hoffen, dass es da bald eine Entspannung gibt.“

Auch Ursula Wünsche von der Tafel sieht das Kernproblem bei der Logistik. „Wir brauchen mehr Helfer und Autos.“ Ein neues Auto würde aber auch mehr Kosten bedeuten: Anmeldegebühren, Steuern, Sprit. Auch Spendeneinnahmen sind endlich. „Wir können den Apfel nicht durch zwei teilen“, sagt Wünsche.

Helfer und Autos würden Abhilfe schaffen - aber Kosten verursachen

Zur Zeit gebe es zwischen 80 und 90 Kunden in Werne. Die Zahl schwankt aber von Woche zu Woche. Diese Zahl multipliziert die Tafel mal 3,5, um die genaue Zahl der Menschen zu erhalten, die von der Tafel Lebensmittel bekommen. Oftmals versorgt ein Besitzer eines Tafel-Ausweises seine Familie. Helfer und Autos könnten die Situation entspannen.

Trümper ist außerdem davon überzeugt, dass ein Dialog zur Lösung des Problems beitragen könnte. Vielleicht könne die Stadt der Tafel unter die Arme greifen, um den Bedarf zu decken? An eine Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe in Werne habe sie auch gedacht, so Trümper. Bislang blieben das jedoch Überlegungen.

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