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Trianel streut der Kanzlerin Split statt Blumen

Merkel-Besuch

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag die Kraftwerksbaustelle in Lünen besucht, streut Gastgeber Trianel ihr keine Blumen – aber vorher Split.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 23.08.2010
Trianel streut der Kanzlerin Split statt Blumen

Am Datteln-Hamm-Kanal in Lünen baut der Energieversorger Trianel ein neues Steinkohlekraftwerk. Im Moment hat der Bau Halbzeit. Links ist eines der beiden Kohlesilos zu sehen, in der Mitte das Kesselgerüst, rechts der Kühlturm.

Rund 100 Tonnen Split werden in diesen Tagen auf dem Baustellengelände am Stummhafen verteilt, um die tiefsten Schlaglöcher auf den Baustraßen einzuebnen. Damit die Kanzlerin während der Besichtigung einigermaßen komfortabel im Bus und zu Fuß unterwegs ist.

Viel mehr Details über den Besuch der Regierungschefin im Rahmen ihrer Energiereise lässt sich Bauherr Trianel nicht entlocken. Denn es gelten strenge Sicherheitsbestimmungen. Bereits bekannt ist, dass am 26. August ca. eine Stunde Zeit eingeplant ist, etwa von 16.50 bis 17.50 Uhr. Nach der Besichtigung der Baustelle wird es ein Statement der Kanzlerin für die Medien geben. Die Visite der Kanzlerin findet vor dem Hintergrund heftiger Diskussionen um den energiepolitischen Kurs der Bundesregierung statt. Denn eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke wirkt sich auch auf die Betreiber von Kohlekraftwerken aus. Die müssen neu rechnen, wenn Atomstrom noch viele Jahre länger erzeugt wird, als es nach dem von der früheren rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Ausstiegsszenario der Fall sein sollte.

„Unser Kraftwerk bleibt aber nach wie vor wirtschaftlich“, erklärte Trianel-Sprecher Elmar Thyen. Das Stadtwerke-Verbundunternehmen errichtet in Lünen ein 750 Megawatt-Steinkohlekraftwerk für ca. 1,4 Milliarden Euro. Jetzt ist sozusagen Halbzeit auf der Baustelle. Gut 700 Millionen Euro seien in den vergangenen zwei Jahren verbaut worden. Lünen sei derzeit die einzige Kraftwerksbaustelle in Deutschland, die sowohl im Zeitplan wie im Budget liege, betonte Kraftwerks-Geschäftsführer Manfred Ungethüm. „Das erste Kohlefeuer im Frühjahr 2012 ist in Sicht“, sagte er.

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