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Verurteilte Mutter der toten Babys legt Revision ein

Babyleichen-Prozess

Der Fall um zwei Babyleichen geht wohl in die nächste Instanz: Die 35-jährige Angeklagte, in deren Wohnung die Leichen gefunden wurden, hat Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts eingelegt.

Lünen

, 10.09.2018
Verurteilte Mutter der toten Babys legt Revision ein

Vor dem Dortmunder Schwurgericht war die 35-jährige Lünerin verurteilt worden. © von Braunschweig

Das Schicksal der beiden Mädchen Marie und Emma aus Lünen wird nun höchstwahrscheinlich auch noch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Die 35-jährige Angeklagte, in deren Wohnung an der Reuterstraße die bereits skelettierten Leichen der beiden Kinder gefunden wurden, hat gegen das Urteil des Dortmunder Schwurgerichts Revision eingelegt.

„Ich kann deshalb bestätigen, dass das Urteil noch nichts rechtskräftig ist“, erklärte Gerichtssprecher Thomas Jungkamp am Montag. Das Schwurgericht hatte die Angeklagte am 3. September wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Eine Bestrafung wegen Totschlags hielten die Richter für unmöglich.

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Alles begann mit einem Brand in der Wohnung der Frau Ende 2012. Bei den Aufräumarbeiten wurde zunächst die Leiche von Marie, einige Tage später auch die von Emma gefunden. Die Mutter gab schließlich zu, das erste Mädchen Ende 2010 heimlich zur Welt gebracht und schon bald nach der Geburt immer wieder stundenlang sich selbst überlassen zu haben. Marie starb schließlich im März 2011. Ein gutes Jahr später brachte die Lünerin dann Emma zur Welt. Das Mädchen lebte nur wenige Wochen.

Todesursache nicht zweifelsfrei zu klären

Eine Verurteilung wegen Totschlags war nach Ansicht der Richter nicht möglich, weil sich in beiden Fällen die Todesursache nicht mehr zweifelsfrei feststellen ließ. Mehrere Gutachter hatten zwar deutliche Anzeichen von Mangelernährung bei Marie und Emma festgestellt. Sie konnten aber nicht sicher ausschließen, dass auch eine Infektion oder andere Ursachen zum Tod geführt haben könnten.

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Die Lünerin und ihre Verteidigerin müssen nun auf die schriftliche Urteilsbegründung warten. Anschließend haben sie einen Monat Zeit, die Revision zu begründen. Danach werden die Akten an den Bundesgerichtshof nach Karlsruhe geschickt, wo der 4. Strafsenat das Dortmunder Urteil auf Rechtsfehler überprüft.

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