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Von Beckinghausen ins Naturschutzgebiet

Entlang der Lippeauen

Die Luft ist schwül, der Himmel wolkenverhangen. Mit seinem Fahrrad steht Peter in Beckinghausen und blickt zum Stauwehr. "Die Auenlandschaft der renaturierten Lippe interessiert mich", sagt Peter und freut sich auf die Exkursion "Eine Reise durch 3000 Jahre Lippeaue".

LÜNEN

von Von Volker Beuckelmann

, 29.06.2012
Von Beckinghausen ins Naturschutzgebiet

Die erste Station der Exkursion begann am Lippewehr in Beckinghausen. Hier zeigte Nick Mengelkamp alte Karten und Fotos.

Die kostenlose Tour wird angeboten von der Biologischen Station im Kreis Unna und führt auf einer Strecke von rund 20 Kilometern entlang vorhandener Radwege. Klaus Klinger (Diplom-Biologe und Leiter der Biologischen Station) und sein Mitarbeiter Nick Mengelkamp (Diplom- Landschaftsökologe) sowie die Praktikantin Hannah Steinhoff begrüßen die Gäste. Wegen des Wetters ist heute neben Peter aus Kamen nur Peter Zimmermann aus Lünen-Süd erschienen. Sonst nehmen bis zu 30 Gäste an den Exkursionen teil.Am Lippewehr zeigt Nick Mengelkamp eine Kartenkopie, gezeichnet 1707. Sie verdeutlicht den Verlauf der Lippe und die Kornmühle in Beckinghausen. „Seit dem 12. Jahrhundert“, so Mengelkamp, „diente die Lippe als Energielieferant für den Betrieb von Wassermühlen.“

Ein Schifffahrtsbetrieb war nur auf Teilstücken zwischen den Wehren möglich, erfahren die Teilnehmer. Erst durch den Bau von Schleusen im 19. Jahrhundert, mit deren Hilfe die Wehre umschifft werden konnten, entwickelte sich ein geregelter Betrieb von Schiffen. „Die Lippe spielt im Kreis Unna eine große Bedeutung“, sagt Klaus Klinger und nennt die Lippeauen als einen der landschaftsökologisch interessantesten Bereiche im Kreis.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Entlang der Lippeauen

Bis 1980 war die Lippe durch die Abwasserzuleitungen ein "toter Fluss", wie die Exkursionsführer erläutern. Seit der Renaturierung ist die Fahrt entlang des Flusses wieder ein echtes Erlebnis. Die schönsten Bilder der Tour.
29.06.2012
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Klaus Klinger (r.) und Nick Mengelkamp (l.) zeigen alte Fotos vom Fährbetrieb in Höhe der ehemaligen Eisenhütte Westfalia.© Beuckelmann
Klaus Klinger (r.) und Nck Mengelkamp (M.) zeigen alte Fotos vom Fährbetrieb in Höhe der ehemaligen Eisenhütte Westfalia.© Foto: Beuckelmann
Ein Foto aus dem Jahr 1964 zeigt die gewaltige Schaumbildung am Lippewehr in Beckinghausen.© Foto: Beuckelmann
Nick Mengelkamp (r.) informiert die Exkursionsteilnehmer über das ehemalige Uferkastell der Römer.© Foto: Beuckelmann
Die Erlebnistour führt vorbei an malerischen, grün schimmernden Altwasserauen und an Weiden.© Foto: Beuckelmann
Die Erlebnistour führt vorbei an malerischen, grün schimmernden Altwasserauen und an Weiden.© Beuckelmann
Am Lippedamm hinter dem Hilpert-Theater erklärt Nick Mengelkamp (l.) den Zulauf der Seseke in die Lippe.© Foto: Beuckelmann
Am Lippedamm hinter dem Hilpert-Theater erklärt Nick Mengelkamp den Zulauf der Seseke in die Lippe.© Foto: Beuckelmann
An der Stadtkirche St. Georg erläutert Nick Mengelkamp (M.) die Geschichte der Stadt Lünen.© Foto: Beuckelmann
Nick Mengelkamp (2.v.l.) erklärt Besonderheiten des Naturschutzgebiets „Lippeaue von Lünen bis Schleuse Horst“, das sich in Höhe des Segelflugplatzes befindet.© Foto: Beuckelmann
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 „Bis etwa 1980“, so Klinger, „war die Lippe als Abwasserfluss genutzt worden und biologisch betrachtet bis in die späten 70er Jahre ein toter Fluss“. Klaus Klinger zeigt ein Foto aus dem Jahr 1964, als am Wehr Beckinghausen die Schaumbildung so groß war, dass das Ufer überschwemmt wurde. Heute bildet sich nur sehr wenig Schaum am Wehr – die Wasserqualität scheint in Ordnung. Nach Informationen zum Fährhaus und zur Geschichte der alten Brücke Westfalia startet die Tour in Richtung Lüner Innenstadt. „Das war klasse“, lobt „Peter“ die Erklärungen.

 Nach kurzer Fahrt erreichen die Radler das ehemalige Uferkastell Beckinghausen östlich der Zwolle-Allee in einem Wald. Am Ufer schwimmt eine Schwanenfamilie mit Jungen. Bis an den Lippestrand wachsen Buchen. „Eine Besonderheit“, sagt Klaus Klinger und erklärt, dass Buchen normalerweise nicht am Wasser stehen. In den nächsten drei Jahren soll hier im Rahmen der „Römer-Lippe-Route“ ein ausgesuchter Themenstandort entstehen. „Zum Anfassen, Angucken und Anhören“, so Klinger. Weiter geht es über den Lippedamm, vorbei an malerischen, grün schimmernden Altwasserauen und an Weiden. An der Stadtkirche St. Georg erklärt Nick Mengelkamp die Geschichte der Stadt. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon sind die Teilnehmer im Naturschutzgebiet „Lippeaue von Lünen bis Schleuse Horst“. Ihr Fazit: „Die Tour ist zu empfehlen.“ Die nächste Exkursion Lippeaue findet statt am Mittwoch, 19. September, 17.30 Uhr. 

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