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W-Lan-Ausbau in Lüner Innenstadt stockt

Freifunk-Netzwerk

Flächendeckendes, freies W-Lan sollte die Lüner Innenstadt attraktiver machen - vor allem für die Jugend. Fördermittel für den Ausbau verfallen jetzt trotz aller Bemühungen. Dabei scheitert das Freifunk-Netz vor allem am Desinteresse der Gewerbetreibenden.

LÜNEN

, 18.10.2017
W-Lan-Ausbau in Lüner Innenstadt stockt

So einfach kann man sich in Lünens Innenstadt mit dem Freifunk-W-Lan verbinden.

Eigentlich hat Grünen-Ratsfrau Ute Brettner dem Plenum in der Sitzung am Donnerstag viele gute Nachrichten mitgeteilt. Alle großen Flüchtlingsunterkünfte seien mittlerweile mit freiem W-Lan der Initiative Freifunk versorgt, in der sich Brettner ebenfalls engagiert. Durch Initiative der Brambauer Werbegemeinschaft „Die Bramis“ sei auch der größte Lüner Stadtteil mittlerweile gut versorgt. Und sogar Kleingärtner beteiligen sich aktiv. 90 Router hängen stadtweit. Aber: In der Innenstadt hakt es. „Da würde ich mir schon etwas mehr Engagement wünschen“, sagt Brettner.

Das sieht Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City Rings, ganz genau so. „Ohne freies W-Lan ist eine Innenstadt nicht attraktiv für junge Leute“, sagt er. In Absprache mit der Stadt sollte der City Ring deshalb für freies W-Lan „vom Bahnhof bis in die Innenstadt“ sorgen, das war der Plan Ende 2015. Sogar Fördermittel standen dafür bereit, 1500 Euro. Ganz vorsichtig habe von Bohlen dann 30 Router gekauft, erklärt er am Montag auf Anfrage.

Router vernetzen sich untereinander

Die Router müssen beispielsweise in Geschäften installiert und mit dem Internet verbunden werden. Dann vernetzen sie sich untereinander. Ist ein Quartier gut versorgt, gibt es keine Lücken, und beispielsweise die Smartphones der Besucher loggen sich je nach Aufenthaltsort in das entsprechende Netz ein.

Die 30 City-Ring-Router, das war auch klar, reichen lange nicht aus, um die Innenstadt flächendeckend zu versorgen. „Ganz kurzfristig“, sagt von Bohlen, sollen von diesen 30 Routern bald noch einmal sechs in Betrieb gehen – dann liegt jedoch immer noch die Hälfte der Geräte nutzlos in von Bohlens Büro.

Die Geräte kosten nicht mehr als 20 bis 40 Euro pro Stück, der City Ring hat sie selbst bezahlt. Wegen der geringen Nachfrage werden jetzt wohl auch 1500 Euro Fördermittel verfallen – sie müssten bis einschließlich Oktober abgerufen werden.

Für Geschäfte fallen keine Kosten an

Über ein Jahr lang habe sich überhaupt niemand mehr bereit erklärt, einen Router aufzustellen, sagt von Bohlen am Montag. Dabei fallen für die Geschäfte keine Kosten an, auch rechtlich hat es Verbesserung gegeben. Seit dem Sommer ist die sogenannte Störerhaftung Geschichte, nach der die Anbieter eines Internetzugangs dafür haften, wenn Nutzer dieses Zugangs gegen das Gesetz verstoßen.

Die weiteren sechs Anbieter sind ein Start, aber bringen in der Fläche nicht viel. „Mein Wunsch: Mehr Initiative von den Gewerbetreibenden“, sagt auch Grünen-Ratsfrau Brettner. Freifunk finanziert sich durch Spenden, ein Router kostet einen Euro pro Monat, dazu kommen die Rechenzentren, die viele freie Zeit der Engagierten. „Es wäre wünschenswert, wenn wir mehr Spenden von Gewerbetreibenden aus Lünen erhielten“, sagt Brettner.

Zur Initiative Freifunk
Über eine spezielle Software verbinden sich die Freifunk-Router miteinander.
Fällt ein Router aus, können andere nahe gelegene Router für dieses Gerät einspringen.

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