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Wohnung ist nach Tiefgaragenbrand komplett verrußt

Folgen des Feuers in der Dorfstraße

Die Familie von Sleiman Adel hatte Glück: Beim Feuer in der Tiefgarage ihres Mietshauses kamen sie unverletzt davon. Dennoch sind die Folgen des Brandes für sie verheerend.

Lünen

, 22.04.2018
Wohnung ist nach Tiefgaragenbrand komplett verrußt

Die Wohnung von Sleiman Adel ist völlig verrußt – auf allen Möbeln liegt ein schwarzer Partikelfilm, durch die Räume ziehen sich schwarze Rauchfäden. © Foto: Daniel Claeßen

Sleiman Adel saß gerade bei Freunden und sah sich die Fußball-Bundesligakonferenz an, als sein Handy klingelte. „Meine Tochter war dran und sagte, dass unser Haus brennen würde.“ Er raste zum Mietblock in der Dorfstraße 2/4, wo sich bereits ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften eingefunden hatte. „Meine Tochter empfing mich im Innenhof und sagte, dass alles ok sei, ich aber nicht hoch in meine Wohnung könnte.“

Das Feuer war in der Tiefgarage des Gebäudes ausgebrochen. Tatsächlich verhinderte die starke Rauchentwicklung eine Flucht der überraschten Hausbewohner durchs Treppenhaus. Die Feuerwehr rettete deshalb 55 Menschen unter anderem per Drehleiter von den Balkonen. Am Abend durften die unverletzten Bewohner zurück in ihre Wohnungen.

Ein „Totalschaden“

Als Sleiman Adel seine Wohnungstür erreichte, schwante ihm bereits Übles: „Die Tür stand offen, der ganze Rauch konnte in die Wohnung ziehen.“ Das Ergebnis bezeichnet der 55-Jährige als „Totalschaden“: Durch die Zimmer ziehen sich schwarze Rauchfäden, auf sämtlichen Möbeln und Gegenständen hat sich ein schwarzer Partikelfilm gebildet, die ehemals weißen Gardinen sind komplett verrußt. „Setzen Sie sich besser nicht aufs Sofa“, lautet fortan sein gut gemeinter Ratschlag an Besucher.

Wohnung ist nach Tiefgaragenbrand komplett verrußt

© Foto: Daniel Claeßen

Nicht nur Gegenstände sind von den Rauchschwaden in Mitleidenschaft gezogen worden. „Sie haben unsere Katze hier oben vergessen“, erzählt Adel. Der Stubentiger hat überlebt, benötigte jedoch mehr als ein Bad, um sein ursprüngliches Aussehen wiederzuerlangen. „Augenscheinlich geht es ihm gut, aber am Montag gehe ich zur Sicherheit doch mal mit ihm zum Tierarzt.“

Sleiman Adel und seine Frau verbrachten die Nacht bei ihrem Sohn. Ein erstes Telefonat mit der Hausratversicherung verlief ernüchternd. „Die sind wohl nicht zuständig.“ Eigentlich müsste der Schaden durch die Gebäudeversicherung des Eigentümers geregelt werden – doch der Kontakt gestaltet sich laut den Hausbewohnern schwierig. „Wir liegen ohnehin noch im Streit wegen eines Wasserschadens“, so Sleimann Adel. Offiziell soll er den Hausverwalter kontaktieren – der wohnt allerdings in Essen. Nicht nur deshalb hat Adel wenig Hoffnung, dass es zu einer schnellen Lösung des Problems kommt.

„Ich hatte Angst“

Als er wieder aus dem Haus tritt, stehen bereits zwei Beamte der Kriminalpolizei im Hof und diskutieren mit den Bewohnern. Einer erzählte: „Ich war in Selm und bin sofort in mein Auto gesprungen, als ich davon gehört habe“. „Ich hatte Angst, mein Sohn war doch hier.“ Glücklicherweise sei ihm nichts passiert. Natürlich will jeder wissen, warum das Feuer ausgebrochen ist. Auskunft erteilen die Beamten jedoch weder den Bewohnern, noch der Presse.

Auch von der zuständigen Leitstelle in Dortmund gibt es am Sonntag noch keine Neuigkeiten: „Die Ursache ist unklar, wir ermitteln.“