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Wildschweinjagd in den Cappenberger Wäldern

Jagdsaison

Auch in diesem Jahr wird in den Cappenberger Wäldern wieder Jagd auf Wildschweine gemacht. Die Tiere haben sich im vergangenen milden Winter so vermehrt, dass Wildmeister Peter Markett es für unabdingbar hält. Doch nicht alle Parteien empfinden eine erneute Jagd für sinnvoll.

CAPPENBERG

, 02.10.2016
Wildschweinjagd in den Cappenberger Wäldern

Schäden im Maisfeld eines Lüner Bauerns am Cappenberger Damm, die von Wildschweinen verursacht worden sein sollen.

„Wir sind ohnehin nicht davon ausgegangen, dass wir das mit einem Mal erledigen können“, sagt Markett, der Jagdleiter der Revier-Verwaltung des Grafen von Kanitz ist. Im Dezember vergangenen Jahres hatte man bereits Jagd auf die Tiere gemacht. 81 habe man damals erlegt. Weil der Winter sehr mild gewesen sei, hätten viel mehr Tiere als sonst überlebt. Nahrung gebe es in Hülle und Fülle.

Schaden durch beschädigte Maisfelder 

Leider bleiben die Wildschweine aber nicht im Wald bei ihren Eicheln oder Brombeeren. Es zieht sie beispielsweise gerne in Maisfelder, so auch in die von Landwirt Wilhelm Hauschopp, der im Norden der Stadt seine Felder hat.

Hauschopp weiß, wovon er spricht, die Wildschweine haben längst Lücken in seine fünf Hektar großen Felder geschlagen: „Das ist schon ein großer Schaden. Wie hoch der genau ausfällt, berechnen wir gerade.“ Dazu werden Drohnen-Bilder ausgewertet.

Hier findet man die Wildschweine: 

Wer in Lünen auf Wildschweine treffen will, der muss in die Cappenberger Wälder. Vor allem hier tummelten sich die Tiere, sagt Markett. „Wir haben hier 1000 Hektar Wald an einem Stück, das ist schön für die Menschen, aber auch schön für die Tiere“, sagt Hauschopp. Vor etwa zahn Jahren hat er nach eigenen Angaben zum ersten Mal Kontakt mit Wildschweinen gehabt. Die naturnahere Beschaffenheit der Wälder komme den Tieren zugute.

Die Schweine sind nicht nur eine Gefahr für den Mais, sondern auch für Autofahrer. „Wenn bis zu 110 Kilo gegen das Auto knallen, dann bleibt von dem nicht viel übrig“, sagt der Landwirt.

Wann die Jagd stattfindet, steht noch nicht fest. Peter Markett: „Jagdsaison ist vom 1. August bis zum 15. Januar, außer für Frischlinge, die können ganzjährig gejagt werden.“ Es mache Sinn, solange zu warten, bis die Bäume ihre Blätter verloren haben. So könne man die Tiere besser sehen.

Kritik an der Wildschweinjagd 

2015 hat man im Dezember zur Jagd geblasen. Damals war die Cappenberger Straße zwischen den Straßen am Struckmannsberg und Im Dreischfeld am Vormittag gesperrt. Vor allem deshalb war die Öffentlichkeit erstmals auf die Wildschweinjagd aufmerksam geworden.

Beim Bund für Umwelt und Naturschutz war man schon bei der ersten Jagd wenig begeistert von der Maßnahme: Man sehe das Konfliktpotenzial, aber es sei wissenschaftlich belegt, dass in Gegenden, in denen Wildschweine bejagt werden, die Tiere mehr Nachwuchs bekommen.

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