Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

ZwAR-Zeitung vor dem "Aus"?

BRAMBAUER Die Sterne stehen nicht günstig für die ZwAR-Zeitung. Der Redaktion fehlt der Nachwuchs, steht das Blatt vor dem "Aus"? Das befürchtet das betagte ZwAR-Autoren-Team.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 10.12.2007
ZwAR-Zeitung vor dem "Aus"?

Immer nur lächeln, trotz der Sorgen ums Blatt (v.l.): Helmut Schmidt, Charlotte de Greiff und Herbert Hengefeld.

Landet das seit 1990 mit so viel Leidenschaft gemachte Blatt bald im Ordner der Geschichte? Der Titel der neuen und 36. Ausgabe ist auch Zustandsbericht der Redaktion: „Wer weiß, wohin?“ Es bedarf schwerer Sehstörung oder bedenklicher Naivität, wollte man den drei betagten ZwAR-Autoren an diesem Morgen der Blatt-Präsentation im Treffpunkt Konradplatz ihre Sorgen nicht ansehen. „Tja, mehr kommen heute nicht,“, seufzt Charlotte de Greiff. Die 73-Jährige weist mit verlegener Unschuld im Gesicht auf Helmut Schmidt, den 69-Jährigen und Herbert Hengefeld, den 79-Jährigen.

Ausgabe erscheint nächstes Wochenende

„Was fehlt in der Redaktion, ist der Nachwuchs, aber den können wir uns nicht schnitzen“, sagt Herbert Hengefeld, der Pragmatiker. Wie seine Kollegen Schmidt und de Greiff will er aber endlich weg vom Sorgengeseufze und hin zum neuen Blatt. Traditionell kommt die zweite ZwAR-Zeitung im Jahr zum Weihnachtsmarkt an der Rudolfstraße heraus (nächstes Wochenende). Charlotte de Greiff ist in Sorge. „Wir haben erste 60 Exemplare, 600 müssen es sein.“ „Die kommen noch“, beruhigt Herbert Hengefeld. Helmut Schmidt nickt. Seit einem Schlaganfall fällt ihm das Sprechen schwer. Aber er schreibt, wie in seinen besten Zeiten.

Ohne Sponsoring wäre schon "Schicht"

Ohne das Druck-Sponsoring der Druckerei Peter Holtkamp wäre die ZwAR-Zeitung schon im letzten Jahr eingestellt worden. Wie geht es mit Blatt und Blattmachern weiter? „Wir hoffen, dass wir noch einige Ausgaben vor uns haben“, sagt Charlotte de Greiff. Täuschung? Oder hat sie Tränen in den Augen? Die 36. Ausgabe variiert lokale Geschichte über die vor 666 Jahren erworbenen Stadtrechte, mit dem aktuellen Lünen („Die ersten Kanutouren auf der Lippe“, von Helmut Schmidt) und den ehrgeizigen Ansatz von Herbert Hengefeld, in tiefe, grundsätzliche Schichten vorzustoßen: „Was war gestern, was ist heute, was wird morgen sein?“ Bei Hans Habeck geht es ethnisch-historisch zu, wenn er über Russlanddeutsche schreibt.

Nicht zu viel aktuelles Lünen

Weitere Themen: Straßenverkehr, die Vielfalt heimischer Beeren, die Zeche Victoria, die Tausenden Brot und Lohn gegeben hat und die Veränderung der Stofffarben (Charlotte de Greiff). Altes ZwAR-Zeitungsrezept: Nicht zu viel aktuelles Lünen. „Das“, sagt Herbert Hengefeld, der Pragmatiker, steht ja alles schon in den Tageszeitungen.“

  

Lesen Sie jetzt