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Lütgendortmunder Bartholomäus-Kirche wird 175 Jahre alt

LÜTGENDORTMUND Manchmal wiederholen sich Geschichten. Nicht immer ganz genau, aber zumindest ein wenig. Ein Beispiel dafür ist die evangelische Bartholomäuskirche in Lütgendortmund. Sie wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Und wie schon 1834 gibt es auch 2009 Probleme mit den Glocken der Kirche.

von Von Matthias vom Büchel

, 11.04.2009

Denn als die Kirche die auf dem Fundament der alten maroden Kirche gebaut worden war am 19. September 1834 feierlich eingeweiht wurde, stand neben dem nagelneuen Kirchenschiff, für das die Gemeinde 9806 Taler einschließlich des neuen Altargitters zahlen musste, noch der alte Kirchturm.

Turm stand völlig losgelöst

Völlig losgelöst sozusagen vom neuen Schiff. Dass der Turm auch in die Jahre gekommen war, hatte man schon 1829 beim Abriss des alten Kirchenschiffs festgestellt. Doch als er allein stand, begann er beim Läuten der Glocken erheblich an zu schwanken. Die Erschütterungen reichten bis in das Fundament. Eine Untersuchung des Turmes ergab damals: "Es besteht Einsturzgefahr."

Ganz so schlimm sieht es heute natürlich nicht aus. Nicht der Turm, sondern lediglich der eiserne Glockenstuhl und die gusseisernen Glocken sind marode. Eine wurde bereits stillgelegt, weil ihr Klöppel zu wenig Halt hat. Aber anders als damals besteht für den Turm keinerlei Gefahr.Gefahr für Menschen

Doch zurück zu den Anfängen: Die Gemeinde hatte sich in ihrem neuen Gotteshaus bereits eingerichtet, 1837 auch noch eine neue Orgel angeschafft. Um so härter traf sie die Nachricht vom maroden Turm, an dessen Erhalt nicht mehr zudenken war. Doch die gesunde Skepsis der Lütgendortmunder, die bisweilen zu einer gewissen Sturheit werden kann, verhinderte schnelles Handeln.

Die Gemeinde ließ die Glocken erneut fünf Minuten läuten, um nachzuschauen, was passiert. Wörtlich hieß es danach in einem alten Protokoll: "Der Turm bildet eine Gefahr für Menschen, Vieh und die Gebäude der umstehenden Kotten."

Doch obwohl der Landrat den Abriss forderte, verlangten die Lütgendortmunder ein neues Gutachten. Auch das Protokoll dieses Gutachtens blieb erhalten.

Mauerwerk schwankte bedrohlich

Darin ist zu lesen: Das Mauerwerk verschob sich während des Läutens nicht nur nach Süden und Norden, sondern auch nach Westen und Osten. Dabei öffnete und schloss sich ein Riss in der östlichen Mauer ganz merklich.

Kaum zu glauben, aber der Kirchenvorstand gab immer noch nicht nach. Zwar wurden die Glocken auf den Friedhof ausgelagert, aber der Turm blieb stehen.

Erst 1855 beschloss die Gemeinde dann, den Turm nach erneuten Beschwerden über dessen schlechten Zustand abzureißen und einen neuen zu bauen. Kosten: 8500 Taler. Eine neue Uhr gab's auch: für 440 Taler.Enorme Summen für die Gemeinde

Enorme Summen für die Gemeinde, die vom Kirchenneubau, der Anlage eines neuen Friedhofes aber auch durch Reparaturarbeiten am alten Turm arg gebeutelt war. Wohl auch deshalb hatte sie den Neubau so lange vor sich hergeschoben.

Und hier wiederholt sich die Geschichte erneut ein wenig. Auch heute, wenn auch aus anderen Gründen, fehlt es der Gemeinde an Geld für neue Glocken und einen neuen Glockenstuhl. Deshalb werden fleißig Spenden gesammelt.   

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