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Luftbilder der Stadtwerke helfen OpenStreetMap

Kartenmaterial

Das Luftbild revolutioniert die Kartografie. Das macht sich auch das Internetportal "OpenStreetMap" zunutze. Der Wittener Ralf Christmann hilft dabei, seine Heimatstadt detailreich zu kartografieren. Möglich machen es Luftbilder der Stadtwerke.

WITTEN

von Von Lisa Timm

, 24.08.2010
Luftbilder der Stadtwerke helfen OpenStreetMap

Witten auf der Karte von Open-Street-Map.

Einer dieser „Welterklärer“ ist Ralf Christmann, seines Zeichens Mitarbeiter der Stadtwerke Witten. Ihm und Mitstreiter Tobias Wendorff von der Uni Dortmund ist es zu verdanken, dass nun Witten detailreich auf OpenStreetMap (OSM) kartografiert werden kann - einem frei zugänglichen Projekt im Internet, das für jeden nutzbare Geodaten sammelt. Auf Christmanns Vermittlung stellen die Stadtwerke ihre Luftbilder von Witten dem OSM-Projekt, das es seit 2004 gibt, zur Verfügung. Die Stadtwerke brauchen die Luftbilder zur Planungs-Erleichterung, um einen besseren Überblick über das Stadtgebiet zu gewinnen und erste Ansätze für neue Baumaßnahmen entwickeln zu können. Die Datenspende der Stadtwerke umfasst 136 Quadratkilometer Wittener Stadtgebiet und Umgebung.

Jetzt können die Hobby-Kartograpfen so richtig loslegen. Denn mit Luftbildern erzielt man den Detailreichtum bei OpenStreetMap. "Die Grunddaten werden normalerweise mit GPS-Geräten erfasst", weiß Ralf Christmann, der sich seit zwei Jahren mit dem Navi zurechtfindet. Dann folgte Geocaching mit GPS, die moderne Form der Schnitzeljagd. "Und seit einem halben Jahr bin ich dann bei OSM gelandet", so der Stadtwerke-Mitarbeiter. Seitdem ist er infiziert vom Daten-Sammel-Virus. Das reichte sogar soweit, dass er in seinem Kärtnen-Urlaub Briefkästen und Telefonzellen fotografierte. Durch Synchronisation von Digital-Kamera und GPS-Gerät lässt sich später haargenau in der OpenStreetMap einzeichnen, wo sich Briefkasten und Telefonzelle befinden.

"In Dortmund hatten wir regelmäßige Zugriffe aus ganz Europa. Es ist faszinierend zu sehen, dass Benutzer aus Neapel Trampelpfade zum Signal-Iduna-Park kartieren", sagt Tobias Wendorff, Mitglied der lokalen Dortmunder OpenStreetMap-Gruppe. Was genau ins virtuelle Kartenwerk übernommen werden soll, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. "Für mich macht es keinen Sinn 47 Straßenbäume einzuzeichnen, aber wenn es sich bei einem Baum um ein beeindruckendes Naturdenkmal handelt, den würde ich ihn schon einzeichnen", erklärt Christmann den so genannten POI – point von interest.

Bei der Datenschutzproblematik sieht sich OpenStreetMap außen vor. "Wir sammeln nur öffentlich zugängliche Daten, keine Personen bezogenen", so Christmann.