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In letzter Minute

Lufthansa-Flugbegleiter sagen Streik ab

Frankfurt/Mörfelden-Walldorf Streik abgesagt: Wenige Stunden vor Ablauf einer Frist nähern sich Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo in ihrem Tarifkonflikt doch wieder an. Urlauber können vorerst aufatmen. Aber das Vertrauen zwischen den Tarifparteien muss erst wieder wachsen.

Lufthansa-Flugbegleiter sagen Streik ab

Die Flugbegleiter der Lufthansa verzichten in der Urlaubszeit auf einen Streik. Foto: Inga Kjer/Archiv

Die Kabinengewerkschaft Ufo verzichte nach einer Annäherung in dem Tarifkonflikt vorerst auf einen Ausstand, sagte deren Chef Nicoley Baublies in der Nacht der Deutschen Presse-Agentur. Die Gewerkschaft werde nun in weitere Gespräche mit dem Management und auch dem Konzernvorstand eintreten, «um zu gucken, wie wir das Ganze vertieft kriegen». Wenn dies bis Mitte Juli nicht erfolgreich verlaufe, «dann kann es danach auch tatsächlich wieder zu Arbeitskämpfen kommen».

Konzern erleichtert 

Der Konzern zeigte sich erleichtert und begrüßte die Rückkehr der Flugbegleiter an den Verhandlungstisch. Über konkrete Verhandlungstermine wollten sich die Parteien demnach noch am Dienstag verständigen, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Zu Inhalten des neuen Angebots wollten sich weder Ufo noch Lufthansa zunächst äußern. Sie kündigten aber Erklärungen noch für Dienstag an.

«LH ist uns in allen wichtigen Punkten so weit entgegengekommen, dass ein solcher Wiedereinstieg in unseren Augen richtig ist», teilte Ufo mit. Unter anderem soll es einen Workshop mit dem Konzernvorstand geben.

Frist bis Dienstagmorgen

Die Gewerkschaft hatte Lufthansa bis Dienstagmorgen (9.00 Uhr) Zeit gegeben, um eine Annäherung zu erzielen. Dann sollte die Entscheidung über Arbeitsniederlegungen der Flugbegleiter fallen, das Unternehmen wollte gegebenenfalls einen Sonderflugplan aufstellen. Die Gewerkschaft hatte zuletzt mit immer wieder aufflammenden Streiks von Mittwoch bis weit in den September gedroht.

Ufo verlangt bei der Reform der Betriebs- und Übergangsrenten für die rund 19 000 Flugbegleiter wesentlich höhere Beiträge des Arbeitgebers. Lufthansa soll zudem anerkennen, dass die zum Jahresende 2013 gekündigten Renten-Tarifverträge bis zu einer Neuregelung nachwirken und damit vorerst gültig bleiben. Zur strittigen Frage der Betriebs- und Übergangsrenten war bereits eine Schlichtung gescheitert. Mit dem parallelen Tarifstreit zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat der Kabinenkonflikt nichts zu tun, auch dort geht es aber um Rentenfragen.

Verbessertes Angebot

Die Lufthansa habe ein «deutlich verbessertes Angebot abgegeben», sagte Ufo-Chef Baublies. «Wir müssen jetzt dann in den Verhandlungen in den nächsten Wochen gucken, ob es dann wirklich auch so weit trägt, dass etwas unterschrieben werden kann, was tatsächlich ein Tarifvertrag ist, der dauerhaft die Streiks abwendet.» Die Gewerkschaft betonte aber auch: «Das ohnehin gestörte Vertrauensverhältnis ist in den letzten Tagen eher noch geschwächt geworden. Dies muss in den kommenden Verhandlungen erst wieder aufgebaut werden, um einen tragfähigen Tariffrieden zu ermöglichen.»

Im Sommer 2012 hatte die Gewerkschaft den ersten Flugbegleiter-Streik in der Geschichte der Lufthansa organisiert und an drei Tagen zusammen rund 1500 Flüge ausfallen lassen.

von dpa

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