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Luftiges Angebot für Abenteurer: Schlafen im Baum

Pfronten (dpa) Eine Nacht in luftiger Höhe hat Sonja de Günther von ihrem Mann zum Geburtstag bekommen. Dazu sind die sportlichen Eheleute aus Köln, die in ihrer Freizeit oft klettern, in den Ostallgäuer Ferienort Pfronten gekommen.

Luftiges Angebot für Abenteurer: Schlafen im Baum

Ein besonderes Erlebnis: eine Nacht in einem Baum mit nur dem Sternehimmel als Dach. (Bild: dpa)

Denn dort bietet die örtliche Bergführervereinigung «Altissimo» ein ungewöhnliches Schlafvergnügen an, eine Übernachtung in einem rund 30 Meter hohen Baum. «Wir hatten in diesem Sommer Gäste aus ganz Deutschland hier, die sich auf unser neues Abenteuer eingelassen haben», sagt Reiner Blöchl von «Altissimo».

Wie für alle, die eine Nacht im Baum gebucht haben, beginnt auch für Ralf und Sonja de Günther das Erlebnis im Pfrontener Waldseilgarten Höllschlucht. Dort können sie sich spielerisch an die Höhe gewöhnen. Sechs unterschiedlich hohe Parcours mit 50 Elementen wie Brücken, Netze oder schwankende Baumstämme sind zwischen den Bäumen angelegt. Anschließend lernen die Kölner noch, wie sie mit Steigklemmen und Sicherungsgeräten umgehen und damit an einem Seil hochsteigen. «Beim Bettaufbau helfen wir euch. Ins Bett reinkommen müsst ihr allerdings selbst», bereitet Stefan Blochum seine Gäste vor. Der 34-jährige Bergführer wird die Eheleute bis zum nächsten Morgen begleiten. Auch während der Nacht bleibt er in Rufweite.

Am späten Nachmittag bringt Blochum das Paar mit der gesamten Ausrüstung für das nächtliche Quartier zu einem ausgewählten Baum. Die 30 Meter hohe Buche mit kräftigen Ästen steht auf einer abgelegenen Wiese, die einen freien Blick auf das Alpenpanorama ermöglicht. In etwa zehn Metern Höhe hängt der Bergführer mit seinen Gästen das sogenannte Portaledge auf, das wie ein Zelt ohne Dach aussieht. Es wird mit Seilen an einem Fixpunkt befestigt, so dass es frei pendelt. Wer darin liegt, ist durch einen Gurt gesichert. Als Ralf de Günther vorsichtig in das Portaledge steigt, ist er überwältigt: «Der Blick ist gigantisch. Aber ich traue mich kaum zu atmen. Es wackelt hier oben wie verrückt.»

Bevor der 35-Jährige mit seiner Frau das nächtliche Lager bezieht, hat der Bergführer noch eine Überraschung für die beiden: Zum Sonnenuntergang vor der Bergkulisse gibt es ein Käsefondue im Grünen. Dabei erzählt Blochum, wie die Idee zu dem Angebot «Schlafen im Baum» entstanden ist. «Das Portaledge wird normalerweise nur bei Touren an großen Felswänden eingesetzt. Aus Gaudi haben wir es einfach mal in einen Baum gehängt und eine Nacht darin geschlafen. Das hat mächtig Spaß gemacht.»

Diesen Spaß sollten auch andere haben. Deshalb hat die Bergführervereinigung nach Rücksprache mit allen Beteiligten wie Gemeinde, Landwirte und Jäger das ungewöhnliche Schlafvergnügen in diesem Sommer in ihr Programm aufgenommen. Noch bis Mitte Oktober ist nach Reiner Blöchls Angaben eine Übernachtung im Freien mit dickem Schlafsack möglich. Für diejenigen, die es nicht ganz so schwankend mögen, richten die Bergführer ein Bett im Hochseilgarten auf einem der etwa sieben Meter hohen Holzpodeste ein, die zwischen den Bäumen installiert sind. Wie Blöchl sagt, entscheiden sich viele auch aus Kostengründen für die stabilere Variante. Denn während ein Schlafplatz auf einem Holzpodest samt Verpflegung 125 Euro kostet, bezahlen Gäste für eine Nacht im Baum das Doppelte.

Ralf und Sonja de Günther sind froh, dass sie sich für die schwankende Variante entschieden haben. Sie schwärmen am nächsten Morgen von einem «tollen Erlebnis mit grandiosem Blick auf den Nachthimmel». Es sei zwar zunächst ein mulmiges Gefühl gewesen, im Dunkeln und ohne Dach über dem Kopf einige Meter über dem Boden zu baumeln. «Aber dieses Gefühl geht irgendwann weg. Und dann genießt man nur noch, der Natur nachts so nahe zu sein.»

In luftigen Höhen: www.waldseilgarten-hoellschlucht.de

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