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MS Kemnade-Kapitän befürchtet Konkurrenz durch Hardenstein-Fähre

Ungleicher Wettbewerb?

WITTEN Holger Schmidt (45), Kapitän der MS Kemnade, ist ziemlich sauer. Er sieht sich vom jüngst aufgenommenen Fährbetrieb der Wabe am Hafen Oveney leicht überrumpelt. "Klar, machen die mir Konkurrenz", beklagt er.

von Von Lisa Timm

, 10.08.2010
MS Kemnade-Kapitän befürchtet Konkurrenz durch Hardenstein-Fähre

Holger Schmidt, Kapitän der MS Kemnade.

"Erst hat es geheißen, die Wabe will mit der Hardenstein-Fähre einen Brücken-Ersatzverkehr andienen. Jetzt eiern die kreuz und quer über den See", sagt Schmidt. "Ursprünglich war vorgesehen, dass die Hardenstein von Oveney zur Anlegestelle Wehr fährt, aber jetzt werden Oveney, Wehr und auch noch Herbede angefahren", beobachtet Schmidt voller Misstrauen. Und auch die Zeiten, zu denen die Hardenstein eingesetzt wird, finden beim Kapitän keine Zustimmung. "Das sind genau die Zeiten, zu denen die MS Kemnade auch unterwegs ist, das ist höchst albern. "

Schmidt fürchtet, dass mit der Aufnahme eines zusätzlichen Fähr-Betriebes durch die Wabe ein ungleicher Wettbewerb eingeläutet wird. "Es kann doch nicht sein, dass ich als Privatunternehmer Konkurrenz durch eine öffentlich geförderte Gesellschaft bekomme", prangert er an. "Sollte die Wabe sich auf dem Kemnader See fest etablieren wollen, dann müssen vernünftige Absprachen getroffen werden", fordert er. So wie schon geschehen. Denn ursprünglich sollte die "Hardenstein"-Fähre auf Wunsch der Wabe unentgeltlich fahren. Aber um keine Wettbewerbsverzerrung zu betreiben, bestand das Freizeitzentrum Kemnade darauf, dass die Wabe pro Überfahrt 1,50 Euro nimmt – so wie die MS Kemnade auch. "Aber bei mir können die Leute sitzen und haben ein Dach über dem Kopf", preist Holger Schmidt die Vorzüge seines Passagierschiffes. Er gibt zu bedenken, dass er sein Binnenschifffahrtspatent erwerben musste, um Personen über den See befördern zu dürfen.

"Ich kenne den See in- und auswendig. Er kann ziemlich brutal sein bei heftigem Wind oder Regen, und die fahren mit so einer kleinen Möhre." Der Kapitän blickt besorgt in die Zukunft. "Wie lange bleibt die Fähre so klein, kommt danach eine größere? Zwei konkurrierende Unternehmen verträgt der See nicht." Er hofft jetzt darauf, dass bei einem weiteren Einsatz der Hardenstein, die Wabe mit ihm und dem Freizeitzeitzenrum vernünftige Lösungen sucht.