Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Tag der Entscheidung

Machtkampf der Linken: Parteitag wählt Spitze

GÖTTINGEN Nach einem wochenlangen Machtkampf will die Linke am Samstag eine neue Doppelspitze wählen. Für die beiden Posten bewerben sich auf dem Parteitag in Göttingen zehn Kandidaten. Sechs von ihnen haben Chancen. Der Ausgang gilt als völlig offen.

Machtkampf der Linken: Parteitag wählt Spitze

Katja Kipping ist neue Vorsitzende der Partei Die Linke. Foto: Julian Stratenschulte

Dem Führungsduo muss mindestens eine Frau angehören. Der Ex-Parteichef Oskar Lafontaine hat sich bereits in der vergangenen Woche aus dem Machtkampf zurückgezogen. Als Ersatzkandidat für ihn schickt das linke und überwiegend westdeutsche Lager den baden-württembergischen Landeschef Bernd Riexinger ins Rennen. Der 56-Jährige muss es vor allem mit dem 54-jährigen Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch aufnehmen, der die ostdeutschen Reformer hinter sich hat.

Zum Lafontaine-Lager zählt auch die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, auf Bartschs Seite wird die Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn eingeordnet. Als Alternative zwischen den beiden Flügeln stellen sich Parteivize Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen zur Wahl. Sie stünden mit ihren 34 und 39 Jahren für einen klaren Generationswechsel.

Unklar ist, ob die Vize-Parteivorsitzende und Lebensgefährtin Lafontaines, Sahra Wagenknecht, ihren Hut noch kurzfristig in den Ring wirft. Am Vorabend des Parteitags bezeichnete sie einen solchen Schritt als «Notvariante». «Es ist nicht mein Ziel anzutreten», sagte sie. «Ich sehe meine Stärken woanders.»

Wagenknecht unterstützt eigentlich Riexinger und wünscht sich eine Doppelspitze des Gewerkschafters mit Kipping. Es wird aber erwartet, dass sie gegen Bartsch antreten würde, wenn sich abzeichnet, dass dieser eine Mehrheit bekommen könnte.

Bartsch sieht die Linke trotz der heftigen Flügelkämpfe nicht vor einer Zerreißprobe. «Es droht keine Spaltung», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). «Wir sind alle gefordert, dass der Parteitag zu einem Aufbruchsignal für die Linke wird. Welche Führung auch immer gewählt wird: Sie steht vor einer gewaltigen Integrationsaufgabe.»

Die dem Lafontaine-Lager zugerechnete Zimmermann machte in erster Linie die ostdeutschen Verbände für den Niedergang der Linken verantwortlich. Ihre Partei drohe unterzugehen. «So weit haben es die Funktionäre aus den Ost-Landesverbänden bereits kommen lassen. Eine Schande», sagte Zimmermann der «Leipziger Volkszeitung» (Samstag). Zugleich warnte sie vor Regierungsbeteiligungen auch in den Ländern - die in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hätten der Partei geschadet.

Linke zu Parteitag allgemein

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Wagenknecht weist Linke-Chefs in die Schranken

Potsdam (dpa) Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch erscheinen nach zwei hitzigen Klausurtagen als Sieger des Machtkampfs bei der Linken. Doch ob das interne Gewitter nun wirklich vorbeizieht, ist offen.mehr...

Politik

Wagenknecht und Bartsch gewinnen Machtprobe bei den Linken

Potsdam (dpa) Von Mobbing war die Rede, von Intrigen und Entmachtung. Doch dann rauften sich die Linken doch noch zusammen. Wagenknecht und Bartsch führen die kleinste Oppositionskraft weiter.mehr...

Landtagswahl in Niedersachsen

SPD deklassiert CDU - Keine Mehrheit für Rot-Grün

Hannover Es ist die Überraschung zum Ende des Superwahljahres: Die SPD siegt in Niedersachsen - und deklassiert die in Umfragen lange führende CDU. Eine Fortsetzung von Rot-Grün ist aber nicht möglich. Und: Das Ergebnis dürfte die Jamaika-Gespräche im Bund nicht einfacher machen.mehr...

Landtagswahl

Höhere Beteiligung bei der Wahl in Niedersachsen

Hannover Die Landtagswahl in Niedersachsen stößt bei den Wählern auf spürbar mehr Interesse als die vorige vor rund fünf Jahren. Knapp 6,1 Millionen Menschen in Niedersachsen sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Die Abstimmung wird bundesweit mit Spannung verfolgt.mehr...

Politik

Union fällt in Umfrage auf tiefsten Stand seit sechs Jahren

Berlin (dpa) Im sogenannten Sonntagstrend der "Bild am Sonntag" verlieren CDU und CSU einen Zähler gegenüber der Vorwoche und kommen nur noch auf 31 Prozent. Auf diesem Wert hatten die Unionsparteien zuletzt 2011 rangiert.mehr...

Politik

Andrea Nahles wirft Linken mangelnden Regierungswillen vor

Berlin (dpa) Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat der Linkspartei zwei Wochen vor der Bundestagswahl mangelnden Regierungswillen vorgeworfen: "Die Linke hat bundespolitisch leider immer noch nicht den Anspruch zu gestalten".mehr...