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Madeleine in Amsterdam gesehen

London (dpa) Das britische Mädchen Madeleine ist möglicherweise kurz nach seinem mysteriösen Verschwinden aus einer portugiesischen Ferienanlage in Amsterdam gesehen worden.

Madeleine in Amsterdam gesehen

Ein Suchplakat mit dem Bild der vermissten Madeleine.

Entsprechenden Angaben einer holländischen Verkäuferin gehen jetzt die von Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann beauftragten Privatdetektive nach. Ebenso wie die Eltern erhob die Zeugin am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Diese habe eher die McCanns verdächtigt und ihre Angaben daher vernachlässigt, sagte die 41-jährige Verkäuferin Anna Stam dem britischen Fernsehsender ITV.

Über ihren Sprecher Clarence Mitchell erklärten die McCanns, die portugiesischen Ermittler hätten wichtige Informationen über das mutmaßliche Auftauchen von Madeleine in einem Geschäft in der niederländischen Hauptstadt sowie über etliche andere Erkenntnisse und Hinweise für sich behalten. Sie hätten davon erst erfahren, nachdem am Montag die Polizeiakten für ihre Anwälte zugänglich gemacht wurden.

Den Angaben zufolge war der Verkäuferin eines Party-Geschäftes in Amsterdam wenige Tage nach dem Verschwinden Madeleines im Mai 2007 ein kleines blondes Mädchen aufgefallen, das sich «Maddy» nannte. Die 41-jährige Anna Stam gab zu Protokoll, dass das Mädchen zusammen mit einer englisch sprechenden Frau, einem vermutlich portugiesisch sprechenden Mann sowie zwei weiteren Kindern in ihr Geschäft gekommen sei.

Das Mädchen habe gefragt: «Weißt du, wo meine Mama ist?» Die Frau in ihrer Begleitung sei nicht ihre Mutter, habe es erklärt. «Das ist eine Fremde. Die haben mich von meiner Mama weggenommen. Die haben mich aus den Ferien weggeholt.» Die Niederländerin hatte dies am 18. Juni ausgesagt. Es sei «tragisch», sagte der McCann-Sprecher, dass die Eltern davon erst jetzt erfahren haben und den Hinweisen nicht schon damals nachgehen konnten.

Stam sagte dem Sender ITV, die portugiesische Polizei hätte nach ihrer damaligen Aussage mehr tun können. «Ich erinnere mich aber, dass die Polizei mir sagte, sie würde die Eltern verdächtigen. Ich dachte, das sei ja verrückt, so etwas anzunehmen, aber vielleicht haben sie deshalb nichts weiter unternommen.»

Die McCanns hatten monatelang offiziell als Verdächtige gegolten. Erst mit der Einstellung des Verfahrens im Juli hatte die Staatsanwaltschaft in Lissabon diese Einstufung offiziell aufgehoben. Bei der niederländischen Polizei hieß es auf Anfrage, die Herausgabe amtlicher Informationen zu Ermittlungen im Fall Madeleine sei allein Sache der Behörden in Portugal.

Derweil hielt die dortige Polizei den McCanns vor, die Chance zum definitiven Nachweis ihrer Unschuld verpasst zu haben. Madeleines Eltern und ihre Freunde hätten eine von der Polizei geplante Rekonstruktion der Ereignisse am Abend des 3. Mai 2007 scheitern lassen, betonte die Staatsanwaltschaft nach Medienangaben vom Mittwoch in ihrem Abschlussbericht. Bei der Nachstellung hätten letzte Zweifel ausgeräumt werden können.

«Bei der Rekonstruktion hätten die McCanns das erreichen können, wonach sie lange verlangt hatten», heißt es nach Angaben der Zeitung «Jornal de Notícias» in dem Papier. «Es hätte der Nachweis erbracht werden können, dass die Eltern mit dem Verschwinden Madeleines nichts zu tun hatten.»

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