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Madonnas Schwager und Cashs Tochter

BOCHUM Patti Smith, David Byrne, Suzanne Vega - viele Auftritte in der RuhrTriennale-Reihe "Century of Song" sind legendär geworden. Eines waren sie immer: einzigartig. Und das sollen sie auch in diesem Jahr wieder werden.

von von Max Florian Kühlem

, 18.08.2008

Triennale-Dramaturg Thomas Wördehoff begleitet die Reihe von Anfang an und ist sich sicher, mit Joe Henry einen würdigen Nachfolger für so erfolgreiche Kuratoren wie Bill Frisell oder Greg Cohen gefunden zu haben: "Nicht, weil er der Schwager von Madonna ist - sondern weil er als brillanter Musiker und Produzent überzeugt."

Ins Scheinwerferlicht

Im Laufe der Jahre ist es Song-Fan Wördehoff immer wichtiger geworden, Menschen auf die Bühne zu bekommen, die sonst eher nicht im Scheinwerferlicht stehen, sondern im Hintergrund "die Motorik des Ganzen bewegen". Joe Henry arbeitete als Produzent unter anderem mit Größen wie Allen Toussaint oder Elvis Costello (Wördehoff: "Den wünschen wir uns auch noch!") und erhielt einen Grammy für seine Zusammenarbeit mit Solomon Burkes auf dem Album "Don' Give Up On Me". Für die Century-of-Song-Konzerte, die in der Jahrhunderthalle die Triennale eröffnen und beschließen, ist wieder eine erstaunliche Musikermischung zustande gekommen: Den Anfang machen am 22. und 24. August Mose Allison und Bettye LaVette.

Mississippi-Delta

Allison gehört noch der legendären Generation von Bluesmusikern an, die (als Weißer) ihr erstes Geld auf den Baumwollfeldern im Mississippi-Delta verdienten. Und auch LaVette hat mit der Dringlichkeit ihrer Stimme den Blues durch und durch.

Das Abschlusskonzert bestreiten am 3. und 5. Oktober der große englische Songwriter Billy Bragg und Rosanne Cash, die Tochter des großen Johnny. Beide verbinden ihre große Kunst im Umgang mit Country- und Folktraditionen mit gesellschaftspolitischen Anliegen. Bragg als Protestsänger, der sich in der englischen Arbeiterklasse verortet, Cash als beherzte Kämpferin für Umweltschutz und gegen den Irak-Krieg.

"Das Abenteuer steht bei 'Century of Song' im Vordergrund", sagt Wördehoff, "auch alt bekannte Songs werden neu ausprobiert, arrangiert, einem neuen Entstehungs-Prozess ausgesetzt."