Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Madrid lehnt auch Ersatz-Kandidaten der Separatisten ab

Madrid. Carles Puigdemont wirft das Handtuch. Der Chef der katalanischen Separatisten schlägt Jordi Sánchez für das Amt des Regionalpräsidenten vor. Doch der sitzt im Gefängnis - und die Zentralregierung in Madrid winkt ab.

Madrid lehnt auch Ersatz-Kandidaten der Separatisten ab

Jordi Sánchez sitzt seit mehr als vier Monaten in Untersuchungshaft. Foto: Ana Lazaro

Im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens hat auch der Verzicht von Separatisten-Chef Carles Puigdemont auf das Amt des Regionalpräsidenten keine Lösung gebracht. Die Zentralregierung in Madrid lehnte den von Puigdemont vorgeschlagenen Ersatzkandidaten Jordi Sánchez ab.

Sánchez sitzt seit mehr als vier Monaten in Untersuchungshaft. Die Justiz wirft ihm „umstürzlerisches Verhalten“ im Zusammenhang mit der Streben nach Unabhängigkeit vor. „Es handelt sich ja um einen Herrn, der im Gefängnis sitzt“, sagte die stellvertretende spanische Regierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría am späten Donnerstagabend in einem Radiointerview. Notfalls müsse das Verfassungsgericht entscheiden, sagte sie.

Sánchez wurde vom katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent noch nicht als Kandidat vorgeschlagen. Nach Medienberichten haben sich die für die Unabhängigkeit eintretenden Parteien aber schon auf den 53-jährigen Ex-Chef der Separatisten-Organisation Katalanische Nationalversammlung (ANC) geeinigt. Für ihn sprach sich nun auch Puigdemont öffentlich aus. 

Puigdemont hatte in einer Videobotschaft von seinem Exil in Brüssel aus erklärt, sein Verzicht sei „unter den aktuellen Umständen der einzige Weg, eine neue Regierung“ für Katalonien bilden zu können. Der 54-Jährige hält sich seit Monaten in Belgien auf, um den Ermittlungen der spanischen Justiz unter anderem wegen Rebellion zu entgehen. Sowohl Madrid als auch die spanische Justiz hatten sein Vorhaben zurückgewiesen, Katalonien von Brüssel aus zu regieren.

Nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober und einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien war Puigdemont von Madrid Ende Oktober 2017 als Regionalpräsident abgesetzt worden. Bei der Neuwahl im Dezember errangen die von ihm angeführten Separatisten aber wieder die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament von Barcelona.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ausland

Nordkorea verkündet Aussetzung seiner Atom- und Raketentests

Seoul/Pjöngjang. Nach jahrelangen Drohgebärden und militärischen Machtdemonstrationen sendet Nordkorea in rascher Folge Entspannungssignale. Jetzt behauptet die kommunistische Führung gar, es werde vorerst keine Atomversuche mehr geben. Ist das die Wende in dem Konflikt?mehr...

Ausland

„Es tut uns aufrichtig leid“: ETA bittet Opfer um Vergebung

Madrid. Lange hatten Politiker und Opferverbände auf eine öffentliche Entschuldigung der ETA für ihre blutigen Anschläge gewartet - nun tat die Separatistenorganisation auch diesen letzten Schritt vor ihrer Auflösung. Aber nicht alle sind zufrieden.mehr...

Ausland

83-Jähriger in Alabama hingerichtet

Atmore. Im US-Bundesstaat Alabama ist ein 83-jähriger Mann hingerichtet worden. Walter Moody gilt offiziellen Angaben zufolge als der älteste hingerichtete Kriminelle in den USA seit der Wiederaufnahme der Todesstrafe 1976, wie US-Medien am Donnerstag (Ortszeit) berichteten.mehr...

Ausland

Gutachten: Militärschlag in Syrien war völkerrechtswidrig

Berlin/Damaskus. Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma haben westliche Staaten in einem Vergeltungsschlag Syrien bombardiert. Ein wissenschaftliches Gutachten des Bundestags bringt die Bundesregierung in die Bredouille. Die setzt sich gegen Vorwürfe aus Russland zur Wehr.mehr...

Ausland

Trump geht von Treffen mit Kim Jong Un aus

Mar-a-Lago. Nordkorea und Handelsfragen standen im Mittelpunkt des Treffens von Trump und Japans Regierungschef in Florida. Trump gibt sich wieder sicherer, dass es ein Treffen mit Nordkoreas Kim geben wird - aber nur, wenn es erfolgreich zu werden verspricht.mehr...