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Männer tanzen kniefrei

DORSTFELD "Bei uns geht's schon recht zünftig zu!" So beschreibt sich der Gebirgstrachtenerhaltungsverein "Almrausch" gerne selbst. Der Dorstfelder Verein besteht seit 1919 und ist damit einer der ältesten Vereine in der Umgebung.

von Von Lena Reil

, 28.12.2007

"Ziel unseres Vereins ist es, historische Tänze zu pflegen und Trachten zu erhalten", fasst Vorsitzender Hans-Peter Kuschel zusammen. "Und eine Menge Spaß zu haben", ergänzt Bernhard Toborek lächelnd.

28 aktive Mitglieder

Heute zählt der Verein 28 Mitglieder. Die aktive Tanzgruppe übt sich in verschiedenen Gruppentänzen: vom Schuhplattler über Haushammer bis zum Bandeltanz. Bei Auftritten zu Festen oder auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt stellen sie ihr Können unter Beweis.

Doch warum gibt es eigentlich einen Gebirgstrachtenerhaltungsverein hier bei uns im Ruhrgebiet? Die Mitglieder können diese Frage für sich selbst ziemlich schnell beantworten: "Der Vater war im Verein, der Sohn auch", so Bernhard Toborek. Viele Mitglieder sind also über ihre Eltern zu dem Verein gekommen, zwei sind sogar in Bayern geboren.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte: Nach dem ersten Weltkrieg kamen viele Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands in das Ruhrgebiet, um Arbeit zu finden. Das Ruhrgebiet ist damals für viele Einwanderer aus den östlichen und südlichen Regionen Deutschlands zu einer neuen Heimat geworden. Doch die Liebe zur alten Heimat, ihre Sitten und Bräuche wollten die Menschen nicht aufgeben. Es dauerte nicht lange, bis der Heimatverein "Almrausch" gegründet wurde. Die besondere Aufgabe des Vereins bestand darin, das Brauchtum wie Gesang, Tanz und Gebirgstracht zu pflegen. Heute haben die meisten Mitglieder keine direkte Bindung mehr zu bayrischen Traditionen. Viele sind im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen.

"Doch die Tänze und Bräuche machen nach wie vor Spaß", erklärt Evelyn Rohden, "und es wäre doch schade, wenn diese Traditionen verloren gingen." Neben der Vereinsarbeit gehe es schließlich auch um Freunde, Gemütlichkeit und den Spaß, den man zusammen hat.

Liebhaberstücke

"Ob mit oder ohne bayrische Wurzeln, wir sind alle Liebhaber der Trachten und Tänze", so Hans-Peter Kuschel. Die original Mießbacher Trachten, die die Mitglieder tragen, sind auch echte Liebhaber-Stücke und nicht billig. Aber oftmals werden sie von den Eltern an die Kinder weitergegeben. "Denn so eine Tracht hält sich ewig", ergänzt Bernhard Toborek, "und unser Verein hoffentlich auch. Das wünschen wir uns für die Zukunft."

 

 

 

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