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Angeklagter Raser bittet Familie um Verzeihung

Männern droht Gefängnis nach illegalem Autorennen in Köln

KÖLN Der Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in Köln im April 2015 sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die beiden Raser kamen zunächst mit Bewährungsstrafen davon - ein Schlag ins Gesicht für die Angehörigen. Nun droht den Männern doch noch Gefängnis. 

Männern droht Gefängnis nach illegalem Autorennen in Köln

Im Zusammenhang mit illegalen Autorennen hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr gegen 335 Raser ermittelt.  Foto: dpa (Archiv)

Mit Entschuldigungen der beiden Angeklagten hat am Montag der Revisionsprozess um einen tödlichen Unfall bei einem illegalen Autorennen in Köln begonnen.

„Ich bitte Sie vielmals um Verzeihung für das, was ich Ihnen und Ihrer Familie angetan habe“, sagte einer der beiden Raser in Richtung der Eltern und des Bruders des Opfers, die den Prozess vor dem Kölner Landgericht als Nebenkläger verfolgen.

Bundesgerichtshof war mit Bewährung nicht einverstanden

Die heute 24 und 25 Jahre alten Männer waren im ersten Prozess wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) beanstandete die Aussetzung zur Bewährung und hob das Urteil teilweise auf.

Die Angeklagten räumten erneut ein, verantwortlich für den Tod der jungen Radfahrerin zu sein. Die türkischstämmigen Männer hatten sich im April 2015 ein Rennen geliefert. Einer von ihnen verlor die Kontrolle über seinen Wagen und rammte die Studentin.

Höhe der Strafe steht nicht zur Debatte

In der Neuauflage des Prozesses geht es allein um die Frage, ob die bereits verhängten Haftstrafen von zwei Jahren sowie einem Jahr und neun Monaten zur Bewährung ausgesetzt werden können oder nicht. Nach Auffassung des BGH hatte das Kölner Landgericht bei seinem ersten Urteil von 2016 unter anderem nicht berücksichtigt, wie sich die Bewährungsstrafen auf das allgemeine Rechtsempfinden der Bevölkerung auswirken würden.

Außerdem hätten sie nicht beachtet, dass die beiden türkischstämmigen Deutschen den Unfall mit ihrer aggressiven Fahrweise vorsätzlich herbeiführten.

Die Höhe der Freiheitsstrafen von zwei Jahren sowie einem Jahr und neun Monaten beanstandete der BGH dagegen ebenso wenig wie die Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung.

Erste Urteile "Schlag ins Gesicht" für Familie des Opfers

Opferanwalt Nikolaos Gazeas fordert einem Bericht zufolge Freiheitsstrafen ohne Bewährung. Die bisher verhängten Urteile seien „ein Schlag ins Gesicht für die Eltern und den Bruder der Verstorbenen gewesen, sie haben aber auch das Vertrauen der Bevölkerung in eine gerechte Justiz massiv erschüttert“, sagte Gazeas dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag).

Eigentlich war der Revisionsprozess schon für Dezember geplant. Der erste Verhandlungstag hatte jedoch ein schnelles Ende, weil sich herausstellte, dass ein Schöffe befangen sein könnte. Für die Neuauflage sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am kommenden Montag (19. März 2018) fallen.

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