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Magnolien im Schnee - Manche Exoten sind hart im Nehmen

Bonn (dpa/tmn) Ob Palmen im Schnee oder Kamelienblüten mit weißem Häubchen: Immer häufiger bleiben Pflanzen, die eigentlich als nicht frosthart gelten, auch im Winter draußen. Und das, ohne Schaden zu nehmen.

So frostempfindlich sind Exoten also doch nicht, schließen die einen daraus. Auf das milder gewordene Klima führen es andere zurück. Und beides stimmt - zumindest ein bisschen.

Bereits vor zwanzig Jahren veröffentlichte Alfred Fessler, damals Professor an der Fachhochschule Freising-Weihenstephan in Bayern, eine Tabelle mit Mindesttemperaturen, die die verschiedenen Arten aushalten. Kakipflaume (Diospyros kaki), Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora) und Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides) sind dort mit minus 15 Grad Celsius verzeichnet. Die Scheinkamelie (Stewartia pseudocamellia) bezeichnete er schlicht als winterhart.

Seit jener Zeit hat sich viel getan. Getrieben von dem Wunsch, auch in Deutschland Palmen und Kamelien im Freien zu kultivieren, gingen Pflanzenbesessene in aller Welt auf die Jagd. Denn viele bei uns als nicht winterhart bekannte Pflanzen haben ein Verbreitungsgebiet, das an den Rändern in Zonen mit Frost reicht.

Manchmal sind es Arten, die die besondere Härte besitzen, wie die Bitterorange (Poncirus trifoliata), die als einzige unter den Zitrusarten mit Frost gut umgehen kann. Oft haben sich aber auch nur besonders harte Klone einer Art herausgebildet, die an das Klima eines Standorts angepasst sind.

Wie sehr sich Klone einer Art unterscheiden können, macht Michael Lorek, Besitzer des Wuppertaler Tropengartens, anhand zweier Hanfpalmen-Herkünfte deutlich: «Trachycarpus fortunei 'Nanjing' ist ein sehr harter Typ, den steife Blätter und ein rötlicher Stamm kennzeichnen. Trachycarpus fortunei 'Chousan' mit weicherem Blatt und wolligem, grauem Stamm kommt von der subtropischen Insel Chousan, ist empfindlicher und eignet sich für milde Regionen.»

Die Suche nach frostharten Exemplaren und deren Vermehrung verändert das Bild mancher Pflanze. So setzt sich beispielsweise die Erkenntnis immer mehr durch, dass Kamelien, die als Zimmerpflanzen vor sich hinvegetierten, draußen besser gedeihen. 'Berenice Boddy', 'Janet Waterhouse' oder die schöne alte 'Tricolor' sind nur einige der robusten Sorten.

Doch es bleibt ein Risiko. Aber vielleicht macht das gerade einen Teil des Reizes aus? «Soll ich neun Jahre auf Kamelienblüte im Garten verzichten, nur weil sie vielleicht im zehnten Jahr eingeht?», sagt Kamelienzüchter Peter Fischer aus Wingst in Niedersachsen. Ihm wie allen anderen spielt das milder werdende Klima in die Hände. Wenn die Temperaturen im Winter nicht mehr unter minus 10 Grad Celsius sacken, dann haben einfach mehr Pflanzen die Chance, ungeschützt draußen zu überleben.

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