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Mal kein Apfel: Ungewöhnliche Naschereien aus dem Garten

Nersingen (dpa/tmn) Loquat, Paw Paw und Jujube sind etwas zum Essen - und das aus dem heimischen Garten. Denn die exotischen Früchte reifen auch hierzulande unter bestimmten Bedingungen.

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Die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica) findet man nur selten an der Obsttheke - im Wintergarten gedeihen sie aber gut. Foto: Tanja Ratsch

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch - in China sind die Früchte jedoch ähnlich beliebt wie bei uns der Apfel. Foto: Tanja Ratsch

Sahnig-cremiges Fruchtfleisch bietet die Paw-Paw (Asimina triloba) - die auch Indianerbanane genannte Frucht hat aber nichts mit einer Banane gemein. Foto: Tanja Ratsch

Sternfrucht oder Litschi gibt es heute an vielen Obsttheken im Supermarkt zu kaufen. In der Gärtnerei sieht das oft anders aus. Das hat durchaus seinen Grund: Schließlich wächst nicht jede exotische Früchte hierzulande im Garten. Und wenn einer Banane die Sonne fehlt, merkt man das auch geschmacklich. Es gibt aber einige Pflanzen, die im Garten oder im Kübel bei uns prächtig wachsen, und von deren Früchten man noch nicht so viel gehört hat.

«Eine absolute Trendpflanze ist Asimina triloba», sagt Tanja Ratsch, Gartenbauingenieurin aus dem bayerischen Nersingen. Häufig wird diese Pflanze als Paw Paw, Papau oder Indianerbanane bezeichnet. «Allerdings hat diese Frucht nichts mit der Banane gemein», so Ratsch. Sie wächst an einem kleinen Baum, der einen halbschattigen Platz auf nährstoffreichem Boden benötigt.

Der Geschmack der tropfen- bis eiförmigen Früchte ist schwer zu beschreiben. «Das Fruchtfleisch ist weich und sahnig-cremig», so Ratsch. «Aber man kann den Geschmack nicht in eine Schublade stecken.» Der Baum wächst langsam und wird zwischen zwei und zwölf Metern hoch. «Damit ist Papau eine empfehlenswerte Alternative zu traditionellen Obstgehölzen im kleinen Hausgarten», rät Hilke Steinecke, wissenschaftliche Betreuerin des Pflanzenbestandes im Palmengarten der Stadt Frankfurt.

Die blau bereiften Fruchtstände des Blauschotenstrauchs (Decaisnea fargesii) fallen erst richtig auf, wenn im Herbst die Blätter abgefallen sind. Im Innern der Schote werden die Samen von einem geleeartigen Fruchtfleisch umhüllt. Es hat eine feine säuerlich-fruchtige Note. Der Blauschotenstrauch wird bis zu drei Meter hoch und trägt von April bis Mai kleine gelbe Blüten.

Deutlich süßer schmecken die nach Karamell duftenden Beeren des Karamellstrauchs (Leycesteria formosa). In unseren Breiten ist dieser Strauch winterhart, allerdings friert das Holz in der Regel stark zurück. «Besonders hübsch ist dieser Strauch mit seinen rosa Hochblätter und den schwarzen Früchten», erläutert Steinecke.

Beim Namen Erdbeerbaum läuft einem das Wasser im Mund zusammen. «Die Früchte kann man mal naschen. Ihr Geschmack ist allerdings eher nichtssagend», ernüchtert Ratsch. Sie rät, die Früchte als dekorativen Schmuck an der Pflanze zu lassen. Die Bäume mit den weißen Blütendolden können im Kübel oder im milden Weinbauklima als ausgepflanzter Zierstrauch gehalten werden. «Allerdings darf man den Wasserbedarf bei der Topfkultur nicht unterschätzen», sagt Ratsch.

Richtig köstlich und fruchtig sind die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica). «Loquat, wie die Frucht auch genannt wird, findet man selten an der Obsttheke, denn die Früchte mit der bepelzten Schale, sind druckempfindlich», sagt Ratsch. Sie rät, den attraktiven Zierstrauch mit den großen, immergrünen Blättern im Wintergarten auszupflanzen oder bei klassischer Kübelkultur im Haus zu überwintern, denn die Blüte setzt spät im Herbst ein und kann sich über die Wintermonate hinziehen.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch. In China haben die Früchte jedoch eine Stellung, die bei uns mit dem Apfel vergleichbar ist. «Die Früchte werden gut einen Zentimeter groß und tragen auch die Namen Chinesische Dattel und Brustbeere», erläutert Steinecke. Die Botanikerin empfiehlt, die geernteten Früchte zu einer Marmelade zu verarbeiten. Der dornige Strauch ist relativ winterhart und im Mittelmeerraum sogar eingebürgert.

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