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Lokführer im Ausstand

Mammut-Bahnstreik - Notfahrplan funktioniert

NRW Der längste Bahnstreik aller Zeiten hat begonnen. Seit der Nacht um 2 Uhr bestreiken die Lokführer der Deutschen Bahn den gesamten Personenverkehr. In NRW sind rund eine Million Fahrgäste betroffen. Die meisten Züge der Deutschen Bahn stehen, der Notfahrplan funktioniert jedoch. Was Bahnfahrer jetzt wissen müssen.

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Es wird wieder gestreikt - vier Tage lang.

Kreative Aktion vor dem Hauptbahnhof in Münster - leider völlig erfolglos. Bis 9 Uhr mietete niemand einen Wagen.

Vom längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ab Donnerstag sind laut Bahn in NRW mehr als eine Million Fahrgäste betroffen, die den Nah- und Fernverkehr täglich nutzten. Dennoch blieb das Chaos am Donnerstagmorgen aus, haben sich die Fahrgäste offenbar gut auf den Streik vorbereitet. In den Hauptbahnhöfen in Köln und in Dortmund war die Lage am Morgen entspannt. In Köln war deutlich weniger los als sonst, die Züge, die fuhren, waren nicht mal ganz ausgelastet.Kreative Aktion in Münster So hatte auch ein Mitarbeiter einer Autovermietung in Münster mit seiner kreativen Aktion keine guten Karten: Er stand vor dem Hauptbahnhof und bot Mietwagen an. Bis kurz nach 9 Uhr erfolglos  - auch ein Beleg für die entspannte Situation.   

Kreativ aber bislang erfolglos. Avis-Mitarbeiter steht seit 7.15 Uhr vor dem Hbf Münster. Bislang kam kein Kunde. pic.twitter.com/dMncSgMcFt

— Oliver Koch (@okomuenster)

Auch auf den Straßen war es nicht schlimmer als sonst. Es gab zwar rund 300 Kilometer Stau - die hatte es aber jahreszeitlich bedingt auch Anfang der Woche ohne Bahnstreik schon gegeben. Laut Autobahnpolizei war es am Donnerstagmorgen nicht ungewöhnlich voller als sonst. 

Der Streik hatte bereits am Mittwochnachmittag um 15 Uhr im Güterverkehr begonnen. Seit der Nacht zu Donnerstag, 2 Uhr, lassen auch die Lokführer im Regional- und Fernverkehr sowie der S-Bahnen die Arbeit ruhen - bis Montagmorgen um 4 Uhr. Nur etwa jeder dritte Zug fährt. Beispielsweise auch auf der Linie  S1, deren Züge auf ihrer Strecke von Dortmund nach Düsseldorf quer durch das Ruhrgebiet fahren, allerdings in größeren Abständen. 

 

Die Bahn hat einen Notfahrplan aufgestellt und der funktioniert. Nach eigenen Angaben erhält sie in NRW etwa 30 Prozent des Regional- und S-Bahn-Verkehrs aufrecht. Der Ersatzfahrplan laufe wie vorgesehen, es komme nur zu einzelnen, leichten Verspätungen. Insbesondere auf stark frequentierten Strecken wie der Regionalexpresslinie RE6 (Minden-Düsseldorf) fuhren die Züge weitgehend planmäßig. Das galt auch für den RE1, der allerdings nur zwischen Aachen und Hamm (nicht Paderborn) fuhr. Auch bei anderen Regionalexpresslinien wurden die Strecken verkürzt oder nur im Zwei-Stunden-Takt bedient. Keine Fußball-Sonderzüge Die Regionalexpresslinien 4, 9 und 11 fallen ebenso aus wie die S-Bahnen 2 und 4 von Dortmund nach Hagen bzw. Essen und Recklinghausen sowie die S 68. Die anderen S-Bahnen fahren stündlich. Auf vielen Routen fahren die Züge der Deutschen Bahn damit zumindest im Ein- oder Zwei-Stunden-Takt. Auf anderen Strecken hingegen fallen sämtliche Züge aus.  Auch sämtliche Sonderzüge zu Fußball-Bundesligaspielen werden ausfallen.

NRW Seit Mittwoch streiken die Lokführer im Güterverkehr - ab der Nacht zu Donnerstag sind auch alle anderen Passagiere betroffen. Wie so oft macht die Not aber erfinderisch. Vor allem in Sozialen Netzwerken suchen viele nach Alternativen zum Bahnfahren. Ein Einblick.mehr...

NordWestBahn, Eurobahn und Westfalenbahn: Die privaten Bahnen fahren. Dazu gehören NordWestBahn, Eurobahn und Westfalen-Bahn. Auch das Unternehmen HKX erklärte, dass seine Züge zwischen Köln über Düsseldorf, Duisburg, Essen, Münster und Osnabrück nach Hamburg nach regulärem Plan fahren.  Die Hochgeschwindigkeitszüge Thalys sollen ebenfalls regulär verkehren. Allerdings weist das Unternehmen darauf hin, dass streikbedingt mit Beeinträchtigungen zwischen Köln und Essen zu rechnen sei. Das Unternehmen HKX kündigte an, dass seine Züge zwischen Köln über Düsseldorf, Duisburg, Essen, Münster und Osnabrück nach Hamburg nach regulärem Plan fahren.

Ersatzfahrpläne: Die Ersatzfahrpläne der Bahn sind in die Informationstafeln eingearbeitet und sollen auch für die kommenden Tage in die Fahrpläne eingearbeitet sein. Wie die Bahn am Donnerstagmorgen mitteilte, steht bislang der Fahrplan bis Samstag. Zum Thema Ersatzfahrpläne hat die Deutsche Bahn ein Erklärvideo ins Netz gestellt:

Erstattung und Auskunft: Die Bahn informiert auf ihrer Homepage über die Regelungen zur Erstattung und Servicenummern. Unter anderem ist eine kostenlose Servicenummer unter Tel. 08000 99 66 33 geschaltet. Fahrkarten für ausgefallene Züge werden erstattet. Arbeitsgericht verhandelt noch am Donnerstag Der viertägige Ausstand ist der sechste Streik im laufenden Tarifkonflikt. Die bundeseigene Deutsche Bahn hat den Streik als maßlos verurteilt und die GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Gespräche über Spielregeln für die Tarifrunde waren am Sonntag gescheitert. Der Konzern geht nun auch juristisch gegen den Streik vor. Das Frankfurter Arbeitsgericht will noch am Donnerstag darüber entscheiden, ob der Streik untersagt werden kann. Über den Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung solle um 16.30 Uhr mündlich verhandelt werden, teilte das Gericht mit. 

Scharfe Kritik auch aus der Regierung Aus der großen Koalition kam scharfe Kritik am Vorgehen der GDL und ihres Vorsitzenden. «Claus Weselsky verliert gerade jedes Maß», sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi zu «Spiegel Online». Die Politikerin forderte Weselsky auf, seine Streikpläne zurückzuziehen. «Mit diesem abermaligen Ausstand schadet die GDL allen Gewerkschaften, sie beschädigt die Solidarität innerhalb der Bahn-Belegschaft, und sie verärgert Hunderttausende von Bahnkunden, denen jetzt Chaostage bevorstehen.»

Einigungsversuch am Sonntag gescheitert

Die GDL begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert. Dabei ging es um Spielregeln für die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bahn, der GDL sowie der EVG.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte, man wolle und müsse für alle Mitglieder Tarifverträge aushandeln: «Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich.»Mit Material von dpa

 

 

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Es wird wieder gestreikt - vier Tage lang.

Kreative Aktion vor dem Hauptbahnhof in Münster - leider völlig erfolglos. Bis 9 Uhr mietete niemand einen Wagen.

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