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Mann rast in Berlin mit Mietwagen auf Menschengruppe zu

Berlin. Ein Mann fährt in Berlin auf eine Gruppe Menschen zu. Verletzt wird niemand. Terrorängste kommen hoch - doch laut Polizei handelt es sich nicht um einen Anschlagsversuch. Am Nachmittag stellt sich der Mieter des Wagens bei der Polizei.

Mann rast in Berlin mit Mietwagen auf Menschengruppe zu

Ein Polizeibeamter sichert in Berlin am Wilhelmsruher Damm Spuren. Dort war der Fahrer eines Mietwagens auf eine Menschengruppe zugerast. Foto: Paul Zinken

Ein sonderbarer Vorfall mit einem Mietwagen hat in Berlin Terrorängste ausgelöst, sich dann allerdings als Unfall mit Fahrerflucht herausgestellt.

Ein Autofahrer war am Freitagabend im Bezirk Reinickendorf mit hoher Geschwindigkeit über einen Gehweg auf eine Gruppe Passanten zugerast - ein gezielter Anschlag war zunächst nicht ausgeschlossen. Nach Auswertung von Videomaterial aus der Nähe des Unfallorts gab die Polizei Entwarnung. Es sei kein Anschlagsversuch gewesen, teilte sie mit. Der Fahrer blieb zunächst verschwunden - dann aber meldete sich der 35 Jahre alte Mieter des Wagens bei der Polizei in Moabit. Die Ermittlungen dauerten an und der Mann werde befragt, hieß es. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

„Ermittlungen ergaben, dass der Mietwagenfahrer von der Straße abgekommen sein soll, als er offenbar einem wendenden Auto auswich“, twitterte die Berliner Polizei am Samstagmittag. Die Auswertung des Videomaterials von einem Geschäft in der Nähe der Bushaltestelle habe „entscheidend zur Klarheit beigetragen, was der Hintergrund des gestrigen Vorfalls war“, sagte der Leiter der Pressestelle der Berliner Polizei, Winfrid Wenzel, der Deutschen Presse-Agentur. Ursächlich für das Fahren auf den Gehsteig sei dieses Ausweichmanöver gewesen.

Der Unfall mit einem Mietwagen hatte sich am Freitagabend gegen 20.10 Uhr in der Nähe einer Bushaltestelle und eines S- und U-Bahnhofes ereignet. Der Vorfall hatte in Berlin sofort Erinnerungen an den Terroranschlag vor knapp einem Jahr geweckt. Dabei war ein Attentäter mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen kamen ums Leben.

Bei dem Mietwagen handele es sich um einen hochwertigen Sportwagen mit vielen PS, sagte Wenzel. Der Fahrer habe einem zweiten, am Mittelstreifen-Durchlass wendenden Wagen ausweichen müssen, um einen Aufprall zu vermeiden. In Richtung Gehsteig habe der Sportwagen zuerst das Heck eines Busses gestreift und sei dann mit einem geparkten Motorroller kollidiert.

Der Fahrer fuhr weiter - auf eine Bushaltestelle mit Passanten zu, wie der Polizeisprecher schilderte. Die sieben Menschen konnten sich durch Sprünge zur Seite retten. Anschließend fuhr der Fahrer wieder zurück auf die Straße, wendete an einem Mittelstreifen-Durchlass, fuhr auch dort über den Gehweg und bog dann rechts ab.

Zeugen hatten sich das Kennzeichen des Wagens gemerkt. So kam die Polizei auf die Spur des 35-jährigen Marokkaners, der das Auto gemietet hatte. Noch in der Nacht durchsuchten Beamte die Wohnung des Mannes im Berliner Stadtteil Wedding. Er wurde jedoch nicht angetroffen. Die Polizei stellte Beweismittel sicher. Warum der Fahrer geflüchtet war, blieb auch am Abend zunächst unklar.

Offen ist nach den Worten Wenzels noch, wer am Steuer des Mietwagens saß. Denkbar sei auch, dass dies eine andere Person als der Mieter war. Auch die Motive des Fahrers zur Unfallflucht seien bisher unklar. Auf entsprechende Fragen schloss der Sprecher auch ein illegales Autorennen sowie Drogen oder Alkohol am Steuer nicht aus.

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