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Margaret Thatcher kämpft mit Demenz

London (dpa) Sie war die «Eiserne Lady» und für ihren scharfen Verstand berühmt: Nun leidet die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher (82) an Demenz im fortgeschrittenen Stadium.

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Margaret Thatcher leidet ihrer Tochter Carol zufolge an Demenz. (Archivbild)

Die "eiserne Lady" und der "große Kommunikator": Margaret Thatcher empfängt Ronald Reagan (Foto vom 8.6.1982).

Margaret Thatcher und ihr Ehemann Denis auf den Falkland-Inseln (Archivfoto vom 9.1.1983).

Festnahme: Thatchers Sohn Mark war angeklagt, in einen fehlgeschlagenen Putsch in Äquatorialguinea verwickelt zu sein (Foto vom 25.8.2004).

Zum letzten Arbeitstag als Premierministerin: Die Titelseite der der Londoner "Times".

Ungeliebtes Kolonialerbe: Margaret Thatcher mit dem damaligen südafrikanischen Premier Pieter Willem Botha.

Wie ihre Tochter Carol Thatcher in ihren Memoiren erklärte, kämpft ihre Mutter seit acht Jahren mit der Gedächtnisschwäche. Von 2000 an hätten sich «die verräterischen Anzeichen gemehrt, dass etwas nicht in Ordnung ist».

So habe Thatcher nach dem Tod ihres Mannes Denis 2003 auch mehrmals daran erinnert werden müssen, dass er bereits gestorben sei. «Ich musste ihr die schlechte Nachricht immer und immer wieder überbringen», schrieb Carol Thatcher in den Memoiren, die die Zeitung «Mail on Sunday» in Auszügen abdruckte. Es ist nach Medienangaben das erste Mal, dass ein Familienmitglied offen über Thatchers Krankheit spricht.

Die konservative Politikerin war von 1979 bis 1990 Premierministerin von Großbritannien. Sie ist für ihre harten Wirtschaftsreformen, den «Thatcherismus», weltweit bekannt und war die erste Frau an der Spitze der britischen Regierung.

Sie sei fast «vom Stuhl gefallen», als sie damals ihre Mutter «um Worte und Gedächtnis» ringen sah, schreibt Thatcher in «A Swim-On Part in the Goldfish Bowl: A Memoir». Bei einer Unterhaltung beim Mittagessen im Jahr 2000 habe ihre Mutter den Krieg in Bosnien und den Falklandkrieg verwechselt. «Sie war um die 75, aber ich habe sie immer für ewig jung, zeitlos und 100-Prozent-unkaputtbar gehalten.»

Es sei umso schockierender, da ihre Mutter zuvor ein «Gedächtnis wie eine Webseite» gehabt habe. «Während man ihr früher nie etwas zwei Mal sagen musste, weil sie es bereits in ihrem beeindruckenden Gedächtnis abgespeichert hatte, begann Mum die selben Fragen immer wieder zu stellen», schrieb Carol. Ihre Mutter könne sich heute kaum mehr an einen Satzanfang erinnern, wenn sie den Satz beende.

Thatcher hatte sich in den vergangenen Jahren aus Gesundheitsgründen mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. 2002 erlitt sie mehrere leichtere Schlaganfälle. Anfang des Jahres erklärte ein Freund der Tory-Politikerin, ihr Kurzzeitgedächtnis sei dadurch angegriffen worden. Im vergangenen Winter kam sie nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus. Im September zuvor hatte sie noch den neuen Labour-Premierminister Gordon Brown in der Downing Street besucht. Carol Thatcher betonte, ihre Mutter habe immer noch klare Erinnerungen an ihre Zeit in der Downing Street Nr. 10.

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