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Margot Käßmann wird Professorin in Bochum

Ruhr-Universität

Im Vorlesungssaal mit Margot Käßmann: Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird Gastprofessorin an der Ruhr-Universität. Zum 1. Januar 2011 wechselt die Theologin als Professorin nach Bochum.

BOCHUM/HAMBURG

von dpa

, 04.08.2010
Margot Käßmann wird Professorin in Bochum

Margot Käßmann wird ab Januar 2011 an der Universität in Bochum unterrichten.

Sie besetzt für ein Jahr die neu eingerichtete Max Imdahl-Gastprofessur und lehrt und forscht auf dem Gebiet der Ökumene und Sozialethik, teilte die Universität am Mittwoch mit. „Margot Käßmann hat beispielhaft zum Wissenstransfer theologischer Theorie in die Öffentlichkeit beigetragen und ist daher für die Gastprofessur hervorragend qualifiziert“, sagte Rektor Prof. Elmar Weiler. Die Studenten bekämen mit ihr eine Persönlichkeit, die sich nie von Fachgrenzen habe einschränken lassen und sich mit aktuellen Fragestellungen in der Gesellschaft befasse, so wie das schon der Namensgeber der Professur getan habe.

Nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss war Käßmann (52) im Februar als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Landesbischöfin zurückgetreten.Mit der profilierten Theologin war im vergangenen Herbst erstmals eine Frau zur Spitzenrepräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland gewählt worden. Ihre Nachfolge trat vorübergehend der rheinische Präses Nikolaus Schneider bis zur Neuwahl im Herbst an. Nach dem Rücktritt von ihren Spitzenämtern ist Käßmann vor kurzem zu einem viermonatigen Studienaufenthalt in die USA an die Emory- University in Atlanta gereist. Formal bleibe sie Pastorin der Landeskirche in Hannover, erklärte ein Kirchensprecher am Mittwoch. Während ihrer Zeit an der Universität Bochum zahle die Kirche weiter das Gehalt, das allerdings von der Hochschule zurückerstattet werde. Im übernächsten Jahr hat Käßmann die Möglichkeit, in Absprache mit der Landeskirche eine Aufgabe als Pastorin zu übernehmen, einer anderen Tätigkeit etwa an einer Hochschule steht aber nichts im Weg.

Während ihrer mehr als zehnjährigen Zeit als Bischöfin in Hannover hatte Käßmann sich zu einer beliebten Kirchenvertreterin entwickelt, die sich vor klaren Worten bei vielen gesellschaftlichen und sozialen Themen nicht scheute. Mit ihrem Amtsvorgänger an der EKD-Spitze, dem ehemaligen Berliner Bischof Wolfgang Huber, galt sie lange Zeit als das Aushängeschild der evangelischen Kirche. Käßmann hatte an der Ruhr-Universität Evangelische Theologie studiert und provomiert. Die Max Imdahl-Gastprofessur ist benannt nach dem 1988 verstorbenen ersten Ordinarius für Kunstgeschichte der Ruhr-Universität.