Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Martin-Bartels-Förderschule in Aplerbeck feiert 80. Geburtstag

APLERBECK Es sind lediglich sechs kleine Vertiefungen im Papier, die in verschiedenen Anordnungen den blinden Menschen das Lesen ermöglichen. Louis Braille erfand diese Methode 1825, die heute noch genutzt wird. Auch in der Martin-Bartels-Schule erobern sich die Förderschüler mit Hilfe des Blindenalphabets die Schulwelt.

von Von Jörg Bauerfeld

, 25.08.2008

Und das schon seit 80 Jahren. So alt ist nämlich die Schule, die 1928 vom damaligen Leiter der Dortmunder Augenklinik, Prof. Dr. Martin Bartels, gegründet wurde und die seit 1971 unter Trägerschaft des LWL (Landschaftsverband Westfalen Lippe) steht. Und wer so ein stolzes Alter erreicht hat, der darf schon einmal ein Fass aufmachen. Auf dem Gelände an der Marsbruchstraße ist am Freitag (29.8.) und am Samstag (30.8.) eine große Fete angesagt. Während freitags die geladenen Gäste auf das Geburtstagskind anstoßen, heißt es am Samstag: "Türen auf für jedermann". Ab 12 Uhr steigt das große Schulfest.

Mit dabei Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer und als Hauptattraktion eine amüsante Stadtführung, präsentiert durch alle Bewohner der Martin-Bartels-Schule. "Zurzeit haben wir 63 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren", sagt Schulleiterin Ulrike Witte . Aus einem weiten Einzugsgebiet (Iserlohn, Unna, Bochum) reisen die Schülerinnen und Schüler an - die Busfahrt organisiert der LWL.27 Lehrkräfte gibt es an der Schule

In vier Bildungsgängen werden Kinder und Jugendliche, blind oder mit schweren Sehstörungen, unterrichtet. Das Problemfeld Lernbehinderung wird dabei genauso abgedeckt wie die Grundschule oder Hauptschule. "Seit zwei Jahren bieten wir zudem den Bildungsgang geistige Entwicklung an", erklärt Witte. 27 Lehrkräfte stehen der Schule zur Verfügung. Ein großer Teil davon im "Außendienst".

Denn 22 Schülerinnen und Schüler nehmen in anderen Schulformen am "normalen" Unterricht teil und werden dabei von der Martin-Bartels-Schule unterstützt. Darunter fällt auch die Beratung von Eltern und Lehrern der allgemeinbildenden Schulen.

Ein weiteres Arbeitsfeld der Schule ist die Frühförderung. Hier können Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren (sehbehindert oder blind) angemeldet werden - ohne Kosten für das Elternhaus. Die ganz Kleinen werden Zuhause besucht, die Größeren in der Kita. "Es ist uns wichtig, unseren Bekanntheitsgrad zu steigern", so Ulrike Witte, die Geburtstagsfeier Ende August soll dazu beitragen.