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Maschinenhalle soll 2011 wieder geöffnet werden

Zeche Zollern

„Stahl gegen Wasser. Da kann sich der Stahl noch so heftig wehren, irgendwann gewinnt das Wasser.“ Mit dramatischen Worten schildert Martin Lochert vom LWL-Industriemuseum Zeche Zollern das Schicksal alter Gebäude.

BÖVINGHAUSEN

von Von Holger Bergmann

, 15.08.2010

Der Stahl in der alten Maschinenhalle der Zeche Zollern, durch ihre Jugendstil-Architektur zum international bekannten Markenzeichen der Zeche geworden, hat seinen Kampf im Jahr 2007 verloren. Damals musste die Museumsleitung die Notbremse ziehen, die Halle wurde gesperrt, die Restaurierung begann. Drei Jahre lang konnten Besucher die Maschinenhalle nicht mehr von innen sehen. Erst jetzt erlaubt der Baufortschritt wieder ein Betreten. Und so gibt es am Sonntag eine exklusive Führung mit Martin Lochert durch die Baustelle Maschinenhalle. Trotz des angeschlagenen Zustandes der Bausubstanz muss Lochert den Erbauern ein Lob aussprechen: „Die Halle steht schon wesentlich länger, als ursprünglich vorgesehen.“ Solche Industriegebäude werden für 50 bis 60 Jahre konzipiert. Die im Jahre 1903 fertiggestellte Maschinenhalle steht schon wesentlich länger. Und sie steht mit den „Füßen“ im Wasser, denn der Boden in Bövinghausen ist ziemlich feucht. Das war der erste Ansatzpunkt, als die Untersuchungen vor der Renovierung begannen. Wie bekommt man das Wasser weg? Eine Drainage musste her. Bei den dafür nötigen Ausschachtungsarbeiten gab es eine unangenehme Überraschnung. „Wir stießen auf nicht verzeichnete Fundamente“, erinnert sich Lochert. Es gab unbekannte Erweiterungen der Kellerräume. Die Drainage musste mehrfach neu berechnet werden. Die Schwierigkeiten bei der Drainage werfen bis heute einen Schatten auf die Restaurierung: „Wir sind rund ein Jahr hinter dem Zeitplan.“ Ursprünglich sollten die Besucher bereits in diesem Sommer wieder die Halle betreten können, doch jetzt wird es voraussichtlich der Herbst 2011. Momentan sieht es in der Halle wie auf einem Weihnachtsmarkt aus. Um die wertvollen Maschinen und die Instrumententafel herum wurden zum Schutz kleine Holzbuden mit richtigen Giebeldächern gebaut. Kenner der Halle werden im östlichen Teil der Halle bereits eine größe Veränderung bemerken. Die Empore, die nicht zum Originalbauzustand des Gebäudes gehörte, wurde entfernt. Dadurch ist eine große Freifläche entstanden. „Perfekt für Veranstaltungen“, freut sich Lochert auf die zukünftige Nutzung. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, denn noch immer sieht man viel Rost. Und man sieht Löcher in der Wand. Dort wurden Backsteine entfernt, um den verrostenden Stahl freizulegen. Die alten Backsteine könnten natürlich gegen neue Backsteine ausgetauscht werden. „Aber dann wäre es ja nicht mehr die Maschinenhalle“, wehrt Lochert ab. „Wir sollten ihre Seele auf jeden Fall bewahren.“

  • Die Führung ist am Sonntag (15.8.) um 15 Uhr. Abgesehen vom normalen Museumseintritt (Erw. 3,50 Euro) wird für die Führungen keine Gebühr erhoben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.