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Masha Qrella und Festland begeistern ihr Publikum

Konzert in der Rotunde

Eine bessere Beschäftigung für einen verregneten Juni-Sonntagabend ist eigentlich kaum vorstellbar: Die Songwriterin Masha Qrella schaute mit ihrem neuem Album „Analogies“ im Gepäck in der Rotunde vorbei und schuf eine Welt aus verträumtem Melancholie-Pop, in der das Publikum sich gleich angenehm einrichtete.

MITTE

von Von Max Florian Kühlem

, 04.06.2012
Masha Qrella und Festland begeistern ihr Publikum

Masha Qrella spielte in der Rotunde.

Bevor die Berlinerin die Bühne betrat, gehörte diese Festland. Die Essener Band geistert schon seit einiger Zeit durch die hiesige Indiepop-Szene. Bandgründer Thomas Geier spielte schon Schlagzeug bei „Die Regierung“, die in den 80er Jahren eine Welle intelligenter deutschsprachiger Musik anstießen, die in der Folge als „Hamburger Schule“ durchs Land rollte. In der Rotunde spielten Festland ein extrem reduziertes akustisches Set in ungewöhnlicher Besetzung.

Mit Kontrabass, Klangholz und Geige coverten sie etwa ein Kraftwerk-Stück. Auch andere Songs klangen wie die akustische Umsetzung elektronischer Musik, Minimal-Techno mit minimalem Instrumente-Einsatz. Völlig der Zeitlichkeit enthoben zeigten sich die drei bei einer reinen A-Capella-Nummer: Hochkonzentriert schickten sie das berühmte Volkslied nach dem Eichendorff-Gedicht „Das zerbrochene Ringlein“ durch den Raum. Nach dieser erstaunlichen Darbietung wirkte selbst Masha Qrellas Auftritt laut, obwohl er eigentlich sanft und fein war.

Die Berlinerin kommt von der instrumentalen Musik, mit Mina und Contriva spielte sie Post-Rock und Elektro. Und auch in der Rotunde war ihr anzumerken, dass sie, wenig typisch für eine Songwriterin, auch eine Klangtüftlerin ist. Songs wie die Eröffnung „Take Me Out“ könnten der perfekte Radiopop sein, sie erinnern auch dank des entspannten Gesangs an die Frauen-Band „Boy“, die derzeit überall im Land in ausverkauften Hallen spielt. An der halbakustischen E-Gitarre, mit Verstärkung an Schlagzeug und Rhodes-Piano sorgt Masha Qrella allerdings immer wieder für Ausbrüche aus dem Wohlklang, spielt ein dreckiges, verzerrtes Solo oder treibt ganze Stücke nur mit dem E-Bass nach vorne. Ein toller Auftritt, der weit mehr als die rund 70 begeisterten Zuhörer verdient hätte.