Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Haiti verwüstet

"Matthew" schraubt sich an die USA-Südostküste

Miami/Port-au-Prince Wie gefährlich Hurrikan „Matthew“ ist, hat er auf Haiti gezeigt: Mehr als 280 Menschen starben, ganze Landstriche sind verwüstet. Nun richtet sich auch der Südosten der USA auf das Schlimmste ein. Der Küste könnte der schlimmste Hurrikan seit „Katrina“ 2005 bevorstehen.

"Matthew" schraubt sich an die USA-Südostküste

Hurrikan "Matthew" hat Haiti verwüstet.

Hurrikan „Matthew“ verwüstete Haiti - nun bangt die Südostküste der USA vor dem Wirbelsturm. Wetterbehörden warnten vor einer Bedrohung und Schäden lange nicht gesehenen Ausmaßes. Der Gouverneur des Bundesstaats Florida, Rick Scott, sprach vor einem sich nähernden „Monster“. Auf seinem Weg in nordwestlicher Richtung an Floridas Ostküste hatte sich der Wirbelsturm am Freitag zunächst etwas abgeschwächt. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stufte ihn von der zweithöchsten Kategorie 4 auf 3 herab. Trotzdem sei „Matthew“ weiter „extrem gefährlich“.

Mindestens 283 Menschen getötet

Zuvor hatte der Wirbelsturm in der Karibik getobt und Haiti verwüstet. Allein in dem am stärksten betroffenen Department Sud seien mindestens 283 Menschen getötet worden, berichtete der Sender Radio Television Caraibes unter Berufung auf behördliche Zählungen am Donnerstag.

Warnung vor katastrophalen Schäden

Am Freitagmorgen befand sich „Matthews“ Zentrum den Angaben zufolge 70 Kilometer östlich der Küstenstadt Vero Beach in Florida. Die Experten rechneten damit, dass das Auge des Sturms in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) entweder dicht an der Küste vorbeiziehen werde oder auch auf Land treffen könnte. Am Samstag sollte der Sturm die Küsten Georgias und South Carolinas passieren. Der US-Wetterdienst warnte, dass die extremen Winde bei einem Landfall katastrophale Schäden verursachen könnten und eine immense Lebensbedrohung darstellten. Auch die sogenannte Space Coast mit dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida galt als besonders gefährdet.

Hurricane Matthew pummels Miami with high-speed winds. Child can be heard exclaiming "It's like a garden hose!" https://t.co/uveLhNfLXZpic.twitter.com/Uevz3NcAOz

— ABC News (@ABC) 7. Oktober 2016

US-Präsident Barack Obama hat bereits den Notstand für Florida, South Carolina und Georgia verhängt. Dort wurden schwere Sturmfluten, Überschwemmungen, Stromausfälle für Hunderttausende Bewohner und massive Zerstörungen befürchtet. Allein in Florida waren 1,5 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, weitere Hunderttausende in Georgia und South Carolina - die größte Zwangsevakuierung seit dem schweren Sturm „Sandy“ im US-Osten im Jahr 2012. Rund 4500 Nationalgardisten standen für die Hilfe in besonders hart getroffenen Gebieten bereit.

"Dieser Sturm wird euch töten."

„Bringt euch in Sicherheit, dies ist eure letzte Chance. Bleibt weg von den Stränden“, appellierte Gouverneur Scott an die Küstenbewohner Floridas und warnte eindringlich: „Dieser Sturm wird euch töten.“ Es gehe um Leben und Tod. Nach Wetterdienstangaben könnten die Verwüstungen des Sturms einige Gegenden Zentral-Floridas „für Wochen oder Monate unbewohnbar“ machen. „Matthew“ sei anders als alle Stürme in den vergangenen Jahrzehnten. Laut CNN hatte die Behörde in dieser Intensität zuletzt vor Hurrikan „Katrina“ 2005 gewarnt

Als Wirbelsturm der Kategorie 4 hatte „Matthew“ Haiti am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, und Straßen wurden überschwemmt. Die besonders stark betroffenen Regionen Sud und Grand'Anse im Südwesten wurden vom Rest des Landes abgeschnitten. „Der gesamte Westen der südlichen Halbinsel ist schwer getroffen worden“, sagte Holly Frew von der Hilfsorganisation Care im US-Fernsehsender CNN.

Eye of Matthew just offshore. Outer eye wall about to hit Space Coast with 100mph + winds! #HurricaneMatthew#Florida#SpaceCoast#Flwxpic.twitter.com/kPl88VCE7b

— David J Bagley (@DavidBsWeather) 7. Oktober 2016

Die Hauptstadt von Grand'Anse, Jérémie, sei zu weiten Teilen zerstört, sagte der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care, Jean-Michel Vigreux. Alle Telefonverbindungen und die Stromversorgung seien zusammengebrochen. „80 Prozent der Häuser liegen in Trümmern. Die einzige Verbindungsstraße ist unpassierbar, und den Menschen gehen langsam Nahrung und Geld aus.“

Betroffene Regionen brauchen Zugang zu sauberem Trinkwasser

Nach Angaben der Vereinten Nationen waren 1,5 Millionen Menschen in Haiti von dem Hurrikan betroffen, 350.000 benötigten Soforthilfe. „Unsere größte Sorge ist derzeit, dass wir vermehrt von Cholerafällen in den Überflutungsgebieten hören“, sagte Care-Länderdirektor Vigreux. Die Katastrophenregion brauche möglichst schnell einen Zugang zu sauberen Trinkwasser und medizinische Versorgung. „Im Moment müssen sie in Krankenhäusern ohne Strom versorgt werden.“ 

von dpa

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...