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Wüten aus Langeweile

Mehr Polizei-Einsätze in der Schulferienzeit

DORTMUND/WERNE/MÜNSTER Vandalismus, Ruhestörung, Vermüllung - laut Polizei nutzen Jugendliche, die nicht in den Sommerurlaub fahren, die schulfreie Zeit aus, um aus Langweile zu wüten. Die Stadt Werne ist das jüngste Beispiel. Dort fielen Schulen und ein Supermarkt den jungen Tätern zum Opfer. Aber auch in anderen Städten der Region fährt die Polizei häufiger Einsätze.

Mehr Polizei-Einsätze in der Schulferienzeit

Schulen sind in der Ferienzeit ein beliebtes Ziel von Vandalen. Hier wurden die sanitären Anlagen in einer Schule in Werne zerstört.

Die Chronologie in Werne ist lang: Anfang Juli schossen Jugendliche, die später festgenommen wurden, mit selbstgebauten Schleudern auf die Scheiben einer Schule. Laut Zeugenberichten zerschmetterten Jugendliche Anfang Juli den Korpus einer Christus-Figur. Mitte Juli verwüsteten erneut Jugendliche eine weitere Schulturnhalle und versprühten Löschschaum.

Vandalismus an der Weihbachschule

Alles liegt wild durcheinander. So sah es am Freitag aus.
Schulen sind in der Ferienzeit ein beliebtes Ziel von Vandalen. Hier wurden die sanitären Anlagen in einer Schule in Werne zerstört.
Ende einer Doppelverglasung: Die Täter zerstörten beide Schichten.
Auch dieses Brett hängt nicht mehr dort, wo es hingehört.
Kaputte Scheiben gab es auch hier.
Der Feuerlöscher ist noch da. Aber der Löschschaum ist überall verteilt.
Der Schaum aus dem Feuerlöscher landete unter anderem in dieser Umkleidekabine.
Auch an diesen Türen tobten sich die Vandalen aus.
Selbst die Fenster im ersten Stock wurden zur Zielscheibe.
Starke Verwüstungen richteten die Täter in der Weihbachschule und Turnhalle an.
Ab diesem Waschbecken fehlt jetzt ebenfalls ein Stück.
Der Blick in einen weiteren Toilettenraum. Auch hier wurden Teile abgeschlagen.
In diesem Waschraum wurde das Becken zerstört.
Auch hier hinterließen die Täter ihre Spuren.
Starke Verwüstungen richteten die Täter in der Weihbachschule und Turnhalle an.
Bälle und Papiere liegen wild durcheinander.
Starke Verwüstungen richteten die Täter in der Weihbachschule und Turnhalle an.

Vor wenigen Tagen wurde in einen Supermarkt eingebrochen und Schnaps und Knabberzeug gestohlen. Bereits Ende Juni brachen Unbekannte in eine Schulturnhalle ein und hinterließen eine Spur der Verwüstung. "In den Ferien steigen solche Delikte", sagt Georg Nierhoff von der Kriminalpolizei Werne. "Wenn die Jugendlichen nicht in den Urlaub fahren, kommen sie zu Hause auf dumme Ideen", begründet Andreas Bode, Sprecher der Polizei Münster, den Anstieg dieser Delikte in manchen Städten. In der Universitätsstadt Münster sei das derzeit zwar nicht der Fall, während der Fußball-Weltmeisterschaft stellte die Polizei aber ebenfalls mehr Einsätze fest. "Im Sommer steigt diese Tendenz", so Bode.

In Dortmund vermerkt die Polizei aktuell viele Einsätze auf Schulhöfen - wegen Vermüllung und Ruhestörung. "Die Schulen sind an warmen Sommerabenden ein beliebter Treffpunkt", sagt Marco Müller, Sprecher der Polizei Dortmund. Erwischen die Beamten Jugendliche dabei, wie sie die Schulhöfe vermüllen, "dann müssen sie das vor den Augen der Kollegen auch wieder beseitigen", so Müller. Zwar habe die Polizei Dortmund in den vergangenen Wochen nicht mehr Straftaten registriert, dafür aber mehr Einsätze - eben wegen Vermüllung und Rühestörung. Dabei besteht in vielen Städten der Region die Möglichkeit, dass Jugendliche an Freizeitprogrammen teilnehmen können. Das Problem: Die Jugendlichen sind meistens zwischen zwölf und 16 Jahre alt, lassen sich also kaum für solche Angebote der Städte begeistern. Die Zielgruppe ist eine jüngere. "Wir bieten den jungen Leuten schon genug an, aber wie sie letztendlich ihre schulfreie Zeit gestalten, ist leider nicht unsere Entscheidung", sagt Anke Widow, Sprecherin der Stadt Dortmund, unter anderem zuständig für die Bereiche Schule, Kinder und Jugend. 

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