Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Mercedes-AMG CLS 53 im Test: E-Klasse in Bausch und Bogen

Von wegen förmliche Business-Limousine. Als CLS kann die Mercedes E-Klasse auch anders: Leidenschaftlich und lustvoll - erst recht, wenn sie vor der Auslieferung noch einen kleinen Umweg über Affalterbach macht und als AMG 53 auf die Straße kommt.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-180320-99-560823
Auch der Innenraum ist eigenständig. Dort herrscht lässige Eleganz vor. Die Sitze sind voluminöser als in der Limousine, die Materialauswahl ist frischer. Foto: Daimler AG

urn-newsml-dpa-com-20090101-180320-99-560827
Die Lüfterdüsen im CLS glühen passend zur gewählten Temperatur. Aus der S-Klasse übernimmt der Wagen das neue Multifunktionslenkrad. Foto: Daimler AG

urn-newsml-dpa-com-20090101-180320-99-560824
Der Motor des Mercedes-AMG CLS 53 stammt aus der S-Klasse. Er kommt mit 320 kW/435 PS und 520 Newtonmeter ab 1800 Touren daher. Foto: Daimler AG

Berlin (dpa-infocom) - Im Vorstand sind sie per Du, und mit einer Krawatte sieht man Daimler-Chef Dieter Zetsche nur noch selten: Mercedes macht sich locker. Das gilt für das Management - und die Modelle. Das beste Beispiel dafür ist der CLS.

Mit dem CLS wird die sonst so förmliche E-Klasse von der Business-Limousine zum Beau und bringt ein bisschen Lust und Leidenschaft in die schnöde Geschäftswelt. 2004 zum ersten Mal präsentiert und damals als Kreuzung aus Coupé und Limousine noch allein auf weiter Flur, geht die E-Klasse in Bausch und Bogen Mitte März in die dritte Generation. Zu Preisen ab zunächst 68 128 Euro muss sie sich einem starken Wettbewerb stellen. Nicht umsonst hat Audi gerade den neuen A7 Sportback enthüllt, und BMW bereitet den Start des 8er Gran Coupé vor.

10 000 Euro teurer als eine E-Klasse

Zwar ist der CLS unter dem Blech eine E-Klasse, doch für einen Aufpreis von rund 10 000 Euro wird der Wagen völlig neu eingekleidet. Die Karosserie schnörkellos und die Türen ohne Rahmen, der Bug pfeilschnell, die Silhouette schnittig, die Kotflügel weit ausgestellt und das Heck beinahe wollüstig breit - so wird der CLS zum Blickfang, der mit seiner neuen Haifischnase gierig am Asphalt schnüffelt.

Auch innen hat Mercedes die Krawatte etwas gelockert und die Ärmel lässig nach oben gekrempelt. Die Sitze sind voluminöser als in der Limousine und geben mehr Halt. Das Cockpit schwingt sich viel lässiger unter der Frontscheibe, die Materialauswahl ist frischer, und selbst die Lüfterdüsen glühen jetzt passend zur gewählten Temperatur.

Wellness und Entspannung

Dazu gibt es ein paar Neuerungen, die der CLS von der frisch überarbeiteten S-Klasse übernimmt: das neue Multifunktionslenkrad mit dem nun integrierten Schalter für den Tempomat zum Beispiel oder die Energizing-Funktionen, die Klima, Musik, Massage und Beleuchtung so kombinieren, dass der Wagen zur Wellness-Zone wird. Viel entspannter als mit dieser Spa-Software kann man kaum Auto fahren.

Zwar ist der CLS im Vergleich zur E-Klasse das gefühlvollere Auto und spricht mehr Sinne an. Doch nicht immer sind die Sinneseindrücke positiv - spätestens wenn man in die zweite Reihe wechselt, wünscht man sich die Limousine zurück.

Der Genuss hängt an der Platzwahl

Zwar ist der Einstieg bequemer als beim Coupé und mit einem Hauch mehr Knie- und Kopffreiheit kann man es in der dritten Generation mittlerweile tatsächlich aushalten. Doch üppig sind die Platzverhältnisse nicht, und den nun erstmals angebotenen dritten Sitzplatz im Fond vergisst man am besten schnell wieder.

Das gilt übrigens auch für eine zweite Option, die neu ist in der Preisliste: die Anhängerkupplung. Erstens ist der Kofferraum mit 500 Litern groß genug, und zweitens wäre ein Anhänger Gift für die gelungene Linienführung.

Neue Motoren aus der S-Klasse

Während sich der CLS bei Aufbau und Ausstattung an der E-Klasse orientiert, kommen die Motoren allesamt aus der S-Klasse. Die neuen Reihensechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum gibt es im CLS zunächst als Diesel mit 210 kW/289 PS im 350d, 250 kW/340 PS im 400d oder als Benziner im CLS 450 mit 270 kW/367 PS.

Dort kommt erstmals auch ein neuer 48-Volt-Starter zum Einsatz, der dem Verbrenner beim Beschleunigen mit 16 kW/22 PS und noch einmal 250 Newtonmeter zur Seite steht, längere Start-Stopp-Phasen erlaubt und besser rekuperiert.

Als AMG spannt der CLS die Muskeln an

Den spannendsten Motor baut aber AMG. Denn die schnelle Eingreiftruppe rüstet den 450er zum CLS 53 auf und montiert dafür noch einen elektrischen Zusatzverdichter, der wirksam das Turboloch stopft: Das Ergebnis sind 435 PS, 520 Newtonmeter ab 1800 Touren und ein Ansprechverhalten wie bei einem Rennwagen. Schon in den gemäßigten Fahrprofilen giert er nach Gas und spätestens wenn man in den Sportmodus wechselt, wirkt der CLS 53 wie ein Wachhund, der wütend an der Kette reißt.

Der Antritt ist gewaltig und selbst auf engen Straßen bei eher mäßigen Witterungsbedingungen schießt der CLS dem serienmäßigen Allrad sei dank davon, dass einem das Herz aufgeht. Nicht umsonst sind die Tempo 100 nach 4,5 Sekunden erreicht, und auf der Geraden kann man sich auf etwas mehr Auslauf freuen: Bis 270 km/h sind möglich. Wären da nicht der etwas verhaltene Motorsound und das nur mäßig modifizierte Design - man würde dem seligen 63er mit seinem V8 keine Träne hinterher weinen.

Fazit: Das Beste aus mehreren Welten

Er bietet die Technik aus der E-Klasse und den Luxus aus der S-Klasse, sieht fast so gut aus wie ein Coupé und ist fast so praktisch wie eine Limousine. Und bei AMG wird er auch noch zum Sportwagen - so vereint der CLS auch in der dritten Generation das Beste aus mehreren Welten. Dumm nur, dass sich dieser Anspruch auch im Preis niederschlägt. Aber wer will schon einen billigen Kompromiss?

Datenblatt: Mercedes-AMG CLS 53 4Matic+

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Autotest

Volvo XC40 im Test: Bullerbü statt Buckelpiste

Mit XC90 und XC60 hat Volvo zwei ebenso seriöse wie erfolgreiche SUV am Start. Mit dem XC40 steigen die Schweden nicht nur in die Kompaktklasse der Geländewagen ab, sie leisten sich auch ein bisschen mehr Lust und Leidenschaft und geben sich etwas verspielter.mehr...

Autotest

Alpina B5 und BMW M5 im Vergleich: Boldiden fürs Business

Sie sind stärker und schneller als die Modelle der normalen Serie, und jeder reißt ein tiefes Loch in die Kasse. Obwohl der BMW M5 und der Alpina B5 überraschend viel gemein haben, könnten die beiden Power-Versionen des BMW 5er unterschiedlicher kaum sein.mehr...

Autotest

Neues London Taxi: Der schwarze Riese mit der grünen Seele

Während in Deutschland noch über Fahrverbote diskutiert wird, hat London längst ernst gemacht - auch für die legendären Taxen. Die bekommen nur noch eine Zulassung, wenn sie auch elektrisch fahren können. Der saubere Antrieb ist nicht der einzige Vorteil.mehr...

Autotest

Corvette Z06 Cabrio im Test: Mit Vollgas der Sonne entgegen

Sehnsucht nach dem Sommer? Dagegen hat General Motors ein probates Mittel. Denn mit der offenen Corvette Z06 lässt sich die Wartezeit adäquat verkürzen. Und bei 659 PS und maximal 315 km/h genießt man jeden frühen Sonnenstrahl um so intensiver.mehr...

Autotest

Hyundai Nexo im Test: Saubere Sache

Totgesagte leben länger. Obwohl die Mehrheit der Autohersteller dem Drängen der Öffentlichkeit nachgibt und Akku-Autos im Stil von Tesla entwickelt, geht die Arbeit an der Brennstoffzelle weiter. Mit dem Hyundai Nexo kommt jetzt das bislang ausgereifteste Angebot.mehr...

Autotest

BMW X2 im Test: X, aber alles andere als beliebig

BMW setzt weiter auf den Faktor X und baut seine Palette an SUV aus. Nach dem provokanten X6 und dem eleganten X4 gibt es den modischen Coupéschnitt jetzt auch bei den kleinen Modellen: Vorhang auf für den neuen BMW X2.mehr...