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Mers-Virus: Südkorea meldet fünftes Todesopfer

Seoul (dpa) Südkorea kämpft verzweifelt gegen die Verbreitung des Mers-Virus. Die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle steigt weiter. Die Regierung will mit Quarantäne und Hygiene den Ausbruch unter Kontrolle bringen.

Mers-Virus: Südkorea meldet fünftes Todesopfer

Auch am Flughafen von Hongkong werden Passagiere auf mögliche Mers-Symptome überprüft. Foto: Alex Hofford

In Südkorea haben sich bereits 64 Menschen mit dem Mers-Virus angesteckt, fünf von ihnen starben. Allein heute meldete das Gesundheitsministerium 14 neue bestätigte Fälle.

Es ist der größte Ausbruch der schweren Atemwegserkrankung außerhalb des Nahen Ostens. Der geschäftsführende Premierminister Choi Kyung Hwan versuchte die Bevölkerung zu beruhigen. Bisher seien alle Mers-Fälle auf Infektionen in Krankenhäusern zurückzuführen. Die Regierung könne den Ausbruch unter Kontrolle bringen.

«Mit angemessener Quarantäne und Hygiene wird sich das Virus nicht so sehr verbreiten», sagte der Premierminister. Mehr als 2000 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, sind unter Quarantäne gestellt, fast 1300 Schulen und Kindergärten vorübergehend geschlossen.  

Auf wachsenden Druck nannten die Behörden die Namen von 24 Krankenhäusern, in denen Mers-Patienten behandelt wurden. Von den neuen Patienten am Wochenende habe sich die Mehrzahl im Samsung Medical Center in der Zehn-Millionen-Metropole Seoul infiziert, hieß es. Ein 75 Jahre alter Mann sei am Samstag gestorben. Bei ihm wurde das Mers-Virus nach seinem Tod nachgewiesen. 

Die Befürchtung, dass sich das Coronavirus (Mers-CoV) seit dem ersten Nachweis 2012 in Saudi-Arabien verändert haben könnte, bewahrheiteten sich bei Analysen nicht. Zudem meldete das Ministerium, dass erstmals eine zuvor mit Mers infizierte Patientin in Südkorea wieder gesund sei. Die Frau des ersten Mers-Patienten habe das Krankenhaus verlassen. Ihr Mann sei ebenfalls auf dem Weg der Genesung, berichteten südkoreanische TV-Sender unter Berufung auf die Behörden.

Bei dem 68-Jährigen war am 20. Mai das Virus nach einer Nahost-Reise nachgewiesen worden. Alle weiteren Infektionen von Patienten, Klinikpersonal oder Besuchern gingen von ihm aus. 

Eine Analyse des Virus-Erbguts habe ergeben, dass es sich nicht von einem Erreger-Stamm unterscheide, der im Nahen Osten vorkomme, teilte das Ministerium mit. Die Viren eines südkoreanischen Mers-Patienten glichen zu 99,55 Prozent einer Virenprobe von einem Infizierten in Saudi-Arabien. Gesundheitsexperten hatten befürchtet, dass sich der Erreger verändert haben und sich so rascher ausbreiten könnte.  

Das Mers-Virus wurde 2012 zum ersten Mal in Saudi-Arabien nachgewiesen. Der Erreger wurde nach bisheriger Erkenntnis seit vielen Jahren unerkannt von Kamelen auf Menschen übertragen. Es gehört zu den Coronaviren, zu denen viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zählen. Typische Symptome des «Middle East Respiratory Syndrome» sind Fieber, Atemprobleme, Lungenentzündung und Nierenversagen. Bis zum 4. Juni waren bei der Weltgesundheitsorganisation 1185 bestätigte Mers-Fälle erfasst, mindestens 443 der Patienten starben.

WHO-Bericht zu Mers

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