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iPad-Konkurrenz "Surface"

Microsoft bringt eigenes Tablet heraus

Los Angeles Der Tablet-Markt boomt. Platzhirsch ist das iPad von Apple. Nun will auch der weltgrößte Software-Konzern Microsoft mit einem eigenen Modell den Anschluss ans Geschäft schaffen - und verspricht mit seinem Flachmann Surface etwas "ganz Neues".

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Im Format dem iPad sehr ähnlich: Microsoft hat sein Tablet «Surface» in Hollywood vorgestellt. Es soll im Herbst auf den Markt kommen. Foto: Microsoft

Kunden können nicht nur die Art der Tastatur, sondern auch ihre Farbe auswählen. Foto: Microsoft

Von der Seite betrachtet: Standfuß und Cover-Tastatur sind bei jedem Surface im Lieferumfang enthalten. Foto: Microsoft

Tablet mit Laptop-Fähigkeiten: Auf den ersten Blick geht dieser Surface als Notebook durch. Foto: Microsoft

Microsoft-Chef Steve Ballmer stellte die schlanken und leichten eigenen Rechner mit dem Namen Surface  am Montag in Los Angeles vor. «Der Surface ist ein PC. Der Surface ist ein Tablet. Und der Surface ist etwas ganz neues», verkündete er. Es ist ein Wendepunkt für Microsoft: Üblicherweise bauen Firmen wie Hewlett-Packard, Asus, Acer, Dell oder Lenovo die Computer. Microsoft steuert sein Windows-System und bei Bedarf die Office-Software hinzu. Nun tritt der weltgrößte Software-Konzern in direkte Konkurrenz zu seinen langjährigen Partnern.Unterschiede zum iPad

Die Microsoft-Tablets sind in etwa so groß wie ein iPad, haben aber einen etwas breiteren 16:9-Bildschirm mit einer Diagonale von 10,6 Zoll (26,9 cm). Die Surface-Tablets stecken in einem anthrazitfarbenem Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung und sind mit Micro-SD-Karten-Slot, USB-Ports, n-WLAN sowie einer HD-Front-Kamera und einer rückwärtigen Kamera zum Beispiel für Videotelefonate ausgestattet. Auffälligste Besonderheiten sind der eingebaute Ständer und der abnehmbare Bildschirmschutz, der über eine vollwertige Tastatur samt Touchpad verfügt. Die Variante Type Cover hat klassische Klick-Tasten, das Modell Touch Cover ist durch eine berührungsempfindliche Oberfläche etwas dünner. Tastatur-Cover gibt es auch für das iPad, aber Apple überlässt dieses Geschäft den Zubehör-Anbietern wie Logitech.Verschiedene Varianten

Microsoft wird zwei Surface-Typen anbieten: Das leistungsstärkere und dickere Gerät läuft mit dem für PC-Prozessoren (x86) entwickelten Betriebssystem Windows 8 (13,5 Millimeter dick, 903 Gramm schwer), der dünnere und leichtere Bruder mit dem für mobile ARM-Prozessoren optimierten Ableger Windows RT. Beide Geräte bekommen eine Variante der Office-Bürosoftware von Microsoft. Mit einem Gewicht von 676 Gramm und einer Dicke von 9,3 Millimetern liegt die RT-Variante auf Augenhöhe mit der dritten iPad-Generation. Der USB-Anschluss arbeitet nach dem 2.0-Standard, externe Displays lassen sich über einen Micro-HDMI-Port anschließen. Der Speicher ist entweder 32 oder 64 Gigabyte (GB) groß.Tablet-Markt erst spät erfolgreich

Apples iPad ist auch gut zwei Jahre nach dem Start der ersten Version das Maß der Dinge auf dem stark wachsenden Tablet-Markt. Der Marktforscher IDC geht davon aus, dass in diesem Jahr 107,4 Millionen Tablet-Computer verkauft werden und davon 62,5 Prozent aus dem Hause Apple stammen werden. Der Großteil der restlichen Geräte läuft mit Googles Betriebssystem Android. Microsoft muss in diesem Segment praktisch bei Null anfangen.

Dabei hatte der Windows- und Office-Konzern schon vor mehr als einem Jahrzehnt die Idee des Tablet-Computers vorangetrieben. Der Erfolg blieb aber aus, vor allem weil die Geräte zu schwer waren, die Batterien zu schnell den Geist aufgaben und die Bedienung zu unhandlich war. Erst Apple gelang es mit dem von Ballmer anfangs belächelten iPad, den totgeglaubten Markt der Tablet-Computer zu beleben. Nun versucht Microsoft, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.Auch andere Anbieter planen neue Tablets

Konzernchef Ballmer verwies darauf, dass Microsoft eine Tradition als Hardware-Hersteller habe. Der Software-Riese verkauft schon seit geraumer Zeit PC-Zubehör wie Mäuse, Tastaturen oder Webcams und ist erfolgreich mit seiner Spielekonsole Xbox. Allerdings gab es auch Flops wie den Player Zune, der nie für Apples iPods gefährlich werden konnte, sowie die schnell wieder eingestellten Kin-Handys. Ballmer verwies in seiner Rede auf Maus und Xbox, erwähnte aber weder Zune noch Kin.

Mit den Surface-Tablets macht Microsoft nun seinen wichtigsten Partnern - den PC-Herstellern - direkte Konkurrenz. Konzerne wie Asus planen als sogenannte OEM (Original Equipment Manufacturer) längst eigene Windows-Tablets. Jan Dawson, Analyst des Marktforschungsunternehmens Ovum, wies in einem Kommentar auf die Risiken dieses Vorgehens hin: «Es ist selten eine gute Idee, wenn der Hersteller eines Betriebssystems mit seinen OEM-Partnern in einen Wettbewerb tritt.»

Genaue Preise und ein Erscheinungsdatum für seine Tablet-Computer nannte Microsoft noch nicht. Der Konzern verriet nur, dass die kleinere Surface-Variante zusammen mit der finalen Version des neuen Windows-Systems erscheinen soll. Das dürfte im Herbst sein. Der leistungsstärkere Surface-Typ mit Intel-PC-Prozessor folgt drei Monate später. Zum Preis hieß es nur, er solle im Bereich vergleichbarer Geräte liegen.

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