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Millenium-Wechsel in Äthiopien

WITTEN Johannes Fromm, Student aus Witten, hält sich derzeit in Afrika auf. Lesen Sie einen weiteren Erfahrungsbericht.

17.10.2007

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern der Ruhr Nachrichten ein frohes neues Jahr und einen guten Start ins neue Jahrtausend aus Dembi Dollo, Äthiopien.

Dies mag sich auf den ersten Blick ein wenig komisch anhören, hatten wir Europäer den Millenniumswechsel doch schon vor 7 Jahren. Äthiopien hat aber eine weltweit einmalige Zeitrechnung. Sie ist ähnlich dem von Julius Caesar eingeführtem julianischem Kalender, allerdings mit einigen Abweichungen.

Es gibt 12 Monate mit 30 Tagen und einen mit 5 oder 6 Tagen. Das Motto des Landes lautet daher „13 Monate Sonnenschein“. Mehrere Korrekturen und häufigere Schaltjahre haben zu dem Unterschied von 7 Jahren, 9 Monaten und 12 Tagen geführt.

Hoffnungen

Der Hype ums Millennium hält schon seit einiger Zeit an und wird wahrscheinlich auch noch ein paar Wochen andauern. Verbinden die Äthiopier mit dem Jahrtausendwechsel doch große Hoffnung für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes.

Außerhalb der Hauptstadt Addis Abeba wurde das Millennium an drei verschiedenen Orten – dem Flughafen, dem Stadion und einer eigens dafür gebauten Festhalle – auf eindrucksvolle Art und Weise mit Folklore, Popmusik und Feuerwerk gefeiert.

Gottesdienste

Fast alle Menschen hier in Dembi Dollo gingen am Abend des alten und am Morgen des neuen Jahres in eine der zahlreichen Kirchen oder Moscheen. Die Religion spielt in der äthiopischen Gesellschaft grundsätzlich eine entscheidende Rolle, so platzen die Kirchen aus allen Nähten. Über Lautsprecher wird das Geschehen im Inneren auf die Straßen verbreitet, so dass die vielen Menschen die keinen Platz mehr in der Kirche bekommen haben, das Spektakel auch außerhalb mitverfolgen können. Innerhalb der Woche kann man immer wieder privat veranstaltete Gottesdienste auf den Straßen sehen und hören. Ansonsten zeigt sich die 40 000 Einwohnerstadt von ihrer provinziellen Seite, in der viele Dinge zu genießen sind.