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Millionendieb verurteilt - Beute verschwunden

München (dpa) Ein ehemaliger Geldtransportfahrer ist wegen des Diebstahls von über vier Millionen Euro am Montag in München zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Diese Strafe wird der 33-Jährige bis zum letzten Tag verbüßen müssen, weil er Angaben über den Verbleib seiner Beute verweigert.

Millionendieb verurteilt - Beute verschwunden

Der Angeklagte Sven K. soll im Januar 2007 die Tageseinnahmen von Supermärkten in Höhe von fast 4,2 Millionen Euro gestohlen haben.

Der bewaffnete Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma hatte am 20. Januar 2007 einen Werttransporter mit den Einnahmen von oberbayerischen Supermärkten in Höhe von mehr als 4 Millionen Euro gestohlen. Beim Umsteigen in ein gemietetes Fluchtauto hatte der Mann vier Geldsäcke mit insgesamt 500 000 Euro zurückgelassen. Gut 3,6 Millionen Euro sind bis heute verschwunden.

Mit einer List hatte der Angeklagte seinen Beifahrer aus dem Wagen gelockt und war mit dem Transporter davongebraust. Der Kollege wurde später von der Firma entlassen. Der Angeklagte habe sich durch sein Schweigen eines wesentlichen Strafmilderungsgrundes beraubt, sagte der Vorsitzende Richter Martin Rieder. Dies hatte auch Staatsanwältin Gabriele Frank in den Vordergrund ihres Plädoyers gestellt, in dem sie acht Jahre Haft forderte. Verteidiger Maximilian Pauls hatte eine Strafe unter fünf Jahren für einfachen Diebstahl beantragt. Der vom Täter mitgeführte Dienstrevolver «hatte keinen Bezug zu der Tat», sagte Pauls.

Die Ermittlungsgruppe «Sven» suchte 15 Monate lang weltweit nach dem Millionendieb und prüfte 1200 Hinweise. Der passionierte Bodybuilder war auch zweimal Thema der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst». Gefasst wurde er letztlich durch einen Zufall. Er geriet im vergangenen April in eine Routinekontrolle im Zug von Nürnberg nach Dresden. Wegen eines Rückenleidens war der gelernte Maurer zu einem Arzt nach Deutschland gereist.

Der 33-Jährige war nach seinen früheren Angaben drei Wochen in der Karibik. Die meiste Zeit seiner Flucht verbrachte er in Tschechien. Bei seiner Festnahme hatte er 34 000 Euro in verschiedenen Währungen bei sich. Den überwiegenden Teil seiner Beute will er einer unbekannten Georgierin zur Aufbewahrung gegeben haben, die zum vereinbarten Treffen aber nicht wieder erschienen sei. Diese Darstellung verwies das Gericht «ins Reich der Märchen».

Der Richter sagte, für den Angeklagten spreche, dass er nicht vorbestraft sei und den Tatablauf zugegeben habe. Der Verteidiger hatte für seinen Mandanten eine entsprechende Erklärung abgegeben. Andererseits müsse die Höhe der Beute berücksichtigt werden. Der Angeklagte hätte bei seinem Einkommen dafür «174 Jahre arbeiten müssen», hat die Staatsanwältin ausgerechnet.

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